Mittwoch, 30.05.2012 |

 

07.02.2012 19:43 Uhr | 201x gelesen
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Rotjacken tanzen im roten Fußballtempel


Bild: Rotjacken tanzen im roten Fußballtempel. Geisenfeld Geisenfeld (GZ) Die Kältehölle haben sie überstanden, die Geisenfelder Schäffler, und das absolute Saison-Highlight vor sich: Am Samstagnachmittag dürfen sie ihren Tanz vor knapp 70 000 Zuschauern in der Allianz-Arena zeigen – im „Vorprogramm“ des Bayern-Spiels gegen Kaiserslautern.

Geisenfeld (GZ) Die Kältehölle haben sie überstanden, die Geisenfelder Schäffler, und das absolute Saison-Highlight vor sich: Am Samstagnachmittag dürfen sie ihren Tanz vor knapp 70 000 Zuschauern in der Allianz-Arena zeigen – im „Vorprogramm“ des Bayern-Spiels gegen Kaiserslautern.


Geisenfeld: Rotjacken tanzen im roten Fußballtempel
Wenigstens eine bisserl aufwärmen: Zwischen ihren Auftritten am vergangenen Wochenende zog es die Geisenfelder Schäffler immer wieder unter die an vielen Tanzstationen aufgestellten Heizstrahler - Foto: Franz Hollweck
„Im Geburtsort des Schäfflertanzes aufzutreten und dann noch vor so einer Kulisse – das ist natürlich für uns der Höhepunkt der Saison“, betont Schäffler-Hauptleiter Georg Dellermann, und Tanzleiter Josef Hartl sieht es genauso: „Da sind wir natürlich schon ein bisserl nervös, dass auch alles klappt“, räumt er ein.

Zu verdanken haben die Geisenfelder dieses besondere Gastspiel der Idee von Schäfflertänzer Jonas Hetzenecker und dessen Vater Hannes, beides eingefleischte Bayernfans. Im Spätherbst haben sich die zwei mit einer schriftlichen Anfrage an die Geschäftsstelle der Bayern gewandt, „und damals schon ein grundsätzlich positives Signal erhalten“, erzählt Hetzenecker. Per E-Mail-Verkehr wurde das Vorhaben konkretisiert und schließlich Mitte Januar bei einem Ortstermin an der Säbener Straße in München fix gemacht. „Schon in den ersten Gesprächen konnten wird dabei Befürchtungen ausräumen, dass die Schäffler den Rasen im Olympiastadion kaputt tanzen könnten“, erzählt der 20-Jährige schmunzelnd.

„Getanzt wird zwischen dem Mittelkreis und der Haupttribüne“, lässt Josef Hartl wissen, und zwar gegen 14.40 Uhr. „Wir zeigen unser Standardprogramm mit acht Figuren, und als Reifenschwinger ist Florian Kuchenbuch in Aktion.“ Kurz vor 12 Uhr wird am Samstag in Geisenfeld Abfahrt mit dem Bus sein, Rückkehr ist erst am Abend, denn nach dem Tanz geht es nicht etwa gleich wieder nach Hause. Als kleines Dankeschön darf die gesamte Geisenfelder Truppe auf Sitzplätzen das Spiel der Bayern verfolgen.

Für das Wochenendprogramm in Geisenfeld bedeutet dies freilich, dass am Samstag nur zwei Auftritte am Vormittag stattfinden können. Eine Gefährdung für den Zeitplan erwächst daraus freilich nicht, betont Hauptleiter Dellermann. Dieser hat schon vor Wochen, bei der Grobplanung der Tanztermine, einen Samstagnachmittag in Reserve gehalten, „weil ursprünglich mal ein Schäffler-Ball im Gespräch war, der dann einer Vorbereitung bedurft hätte\". Aus dem Ball ist nichts geworden, und so konnte der Nachmittag jetzt für das Engagement in der Allianz-Arena verwendet werden.

Mit Schneefall ist bei dem Auftritt nach den bisherigen Prognosen nicht zu rechnen – wohl aber mit knackiger Kälte.

Freilich soll es nicht mehr gar so extrem werden wie am zurückliegenden Wochenende, denn das war „schon knüppelhart“, erzählt Tanzleiter Josef Hartl. „Die Burschen haben sich nichts anmerken lassen, aber man hat ihnen schon angesehen, wie das an die Substanz geht“ – trotz dicker Unterhosen und zwei Paar weißer Fingerhandschuhe übereinander. Hartl erfreuliche Bilanz nach der durchlebten Kältehölle: „Kein einziger Ausfall, wir sind noch vollzählig.“ Die Anerkennung des Tanzleiters gilt aber auch den Musikanten der Stadtkapelle: „Dass uns diese bei solchen Temperaturen ohne Qualitätseinbußen begleiten konnten, ist schon super!“

„So ganz ohne schiefen Ton ist es nicht abgegangen“, berichtigt Dirigent Joachim Massow schmunzelnd, „aber wir haben überall großes Verständnis gefunden“. Wenn das Gesicht immer kälter werde, habe man „irgendwann keine Kontrolle mehr über die Lippenmuskulatur“. Bei einem der Tänze am Samstag, so Massow, seien mit einem Schlag alle Blechinstrumente eingefroren, und ein wenig habe es dann geholfen, „dass wir die Ventile und Züge der Posaunen mit Alkohol eingesprüht haben“. Immer wieder musste freilich auch der Gasstrahler im Begleitfahrzeug herhalten, um eingefrorene Instrumente aufzutauen.

So mancher Musiker wird deshalb nicht unglücklich darüber sein, dass er am Samstagnachmittag mal Pause hat. Denn in der Allianz-Arena kommt das „Aber heit is koit“ vom Band.


Von Gerhard Kohlhuber

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