Geisenfeld: Rauschender Beifall für junge Mimen
Kurzweiliges Jugendtheater: So wie (von links) Julia Kölbl als Marie, Ayleen Selle als Frau Holle und Hanna Witteborn als Maunz konnten sich bei der Premiere alle jungen Schauspieler über viel Beifall des Publikums freuen. - Foto: Anna Ermert
Geisenfeld

Jeder kennt das Märchen von der "Frau Holle und der Gold- und Pechmarie", das Monika Kölbl als Regisseurin spannend und unterhaltsam abgewandelt hat. Alles soll hier auch noch nicht verraten werden, schließlich gibt es noch zwei Vorstellungen: am Freitagabend ab 18 Uhr und Sonntagnachmittag ab 15 Uhr. Karten sind jeweils noch bei Spielwaren Krömer in Geisenfeld zum Preis von 3,50 Euro erhältlich.

Nach den großen Ferien begannen die Proben, ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten, aber am Premierenabend lief alles hervorragend. Lisa Kölbl zeigte in der Rolle der Witwe Fingerhut perfekt deren zwei Gesichter: als böse und ungerechte Stiefmutter von Marie und der vor Liebe blinden Mutter von Tochter Marie-Luise, die nach Strich und Faden verwöhnt wird und die sie natürlich gerne gut unter die Haube bringen will. Doch der Wunschschwiegersohn Konrad, gespielt von Julian Wollrab, hat nur Augen für Marie, die von der erst elfjährigen Julia Kölbl liebenswert authentisch und sehr überzeugend dargestellt wurde. Die Beiden gefielen als scheues, verliebtes Paar. Selina Lehner in der Rolle von Marie-Luise gab sich herrlich faul, verschlafen und bösartig, doch die Frau vom Bürgermeistersohn Konrad wäre sie schon gerne geworden. Und sie träumt schon von der Hochzeit, wenn da nur nicht der von Konrad bestellten Anzug wäre, der dann für gewaltigen Wirbel sorgt.

Geschürt wird das ganze Durcheinander von der Quadrat-Ratschn Frau Semmel, die von Jenny Niedermeier ganz lebensnah gespielt wird. Eine Ratschn, die alles wissen will und die immer wieder versichert, dass von ihr "niemand etwas erfährt\". Und die dann doch ihre Neuheiten ganz schnell unter die Leute bringt - auch wenn es nicht immer ganz so war, wie sie es weitergibt. Damit sorgte die junge Mimin immer wieder für Lacher im Publikum. Carina Kölbl schlüpfte perfekt in die Rolle Frau Bürgermeister, einer recht materiell eingestellten Dame, für die mit dem nötigen "Goldregen" jede Schwiegertochter passend wird.

Zwischendurch wurden die Zuschauer vom bunten Gockelhahn, lustig und fantasievoll von Konstantin Blechta dargestellt, darüber aufgeklärt, wie die Geschichte weiterläuft, etwa dass die Marie in den Brunnen fällt und ins Märchenland zur Frau Holle kommt, die liebevoll und ganz mütterlich hervorragend von Ayleen Selle gespielt wird.

Wer jetzt wissen will, wie es weitergeht, der muss in eine der beiden weiteren Vorstellungen kommen. Nur noch so viel sei verraten: Die jüngsten Schauspielerinnen Alea Brunec als Apfelbaum, Nadine Niedermeier als sprechender Backofen und Hanna Witteborn als liebenswürdiger Maunz bezauberten bei der Premiere das Publikum. Dabei sind sie erst acht Jahre alt. Und wenn wirklich mal ein kleiner "Text-Hänger" vorkam, dann fiel das überhaupt nicht auf.

Zum neunten Mal spielt die Nöttinger Theaterjugend heuer im Fuchssaal, vorher trat man als Wanderbühne auf. Man hat durchschnittlich immer etwa 15 Kinder im Verein, erst im vergangenen Jahr sind drei von ihnen zu den Erwachsenen übergewechselt. Und auch heuer klopfen schon wieder Anwärter an, die bei den Erwachsenen weitermachen wollen. "Aber auch neuer Nachwuchs hat sich schon angemeldet", freut sich Martin Kölbl als zweiter Vorsitzender.