Geisenfeld: Partner mit Schnüffelnase
 
Geisenfeld
Begrüßt wurden die Besucher mit unterschiedlichen Jagdsignalen von den Pfaffenhofener Jagdhornbläsern, ehe der Vorsitzende der Jägervereinigung, Altlandrat Rudi Engelhard, die Schau eröffnete. „Wenn Mensch und Tier zur Erfüllung von Aufgaben zusammenwirken, ist ihre Verbindung besonders intensiv“, betonte er.

Hundeausbilder Hans Scharl bezeichnete den Hund als unentbehrlicher Helfer bei der Jagd. Die Fähigkeit zur sozialen Einordnung, zu Ruhe, Arbeitsfreude und Führigkeit sei bei Gebrauchshunden besonders wichtig und werde durch eine entsprechende Zucht gefördert.

Die Zuschauer konnten sich bei der Schau einen umfassenden Überblick verschaffen, welche Hundearten ihre feine Nase in den Wind halten, um etwa Niederwild aufzuspüren oder mit ihrer Schnauze dicht am Boden die Spur eines verletzten Tieres aufzunehmen. Immerhin 28 Rassen wurden vorgestellt.

Scharl demonstrierte bei etlichen Beispielen praktischer Ausbildungsarbeit mit Jagdhunden unter anderem die Reizangel, der wohl kaum ein Hund je widerstehen kann. Denn bei dieser kann er all seine angeborenen jagdlichen Triebe und Instinkte ausleben. So war auch unschwer zu beobachten, dass das Jagen den Hunden im Blut liegt. Auch schon die erst 14 Wochen alte „Evi“, ein Schwarzschimmel-Deutsch Drahthaar, schlich sich gekonnt an, um dann ihre „Beute“ in Gestalt eines Fellbalges mit einem Mäusesprung zu ergreifen.

Deutlich wurde bei den Vorführungen, dass eine professionell betriebene und artgerechte Ausbildung von Hunden und ihre richtige Haltung auch für die psychische und physische Gesundheit der vierbeinigen Gefährten wichtig sind – unabhängig davon, ob sie in Feld und Flur ihre Arbeit machen oder eher im Haus gehalten werden.

Dies bestätigte auch Hans Spanner, der als einer von zehn Polizei-Diensthundeführern im Polizeipräsidium Oberbayern Nord seine achtjährige Schäferhündin „Giana“ vorstellte. Die Spezialausbildung der Polizeihunde umfasse unter anderem die Bereiche Sprengstoff, Rauschgift, Leichen und Brandmittel, berichtet er. „Unsere meisten Einsätze betreffen aber leider die Hundehaltung oder die Ermittlungen bei Hundebissen“, sagte Spanner. Daraus könne man schon erkennen, wie wichtig eine vernünftige Hundeausbildung auch für die alltägliche Haltung und Führung jeglicher Hunderassen im Privatbereich sei.

Vehement verwahrte sich der Diensthundeführer gegen immer wieder laut werdende Vorwürfe, wonach die Polizeihunde in ihrer Ausbildung rauschgiftsüchtig gemacht würden. „Das ist absoluter Unsinn. Rauschgifte und auch Sprengstoffe sind allesamt giftig und damit lebensgefährlich für den Hund.“

Wie in anderen Formen der Ausbildung nutze man den Spieltrieb des Hundes, und die Belohnung sei etwa das gefundene Spielzeug. In einer kurzen Vorführung gab „Giana“ dann einen Eindruck, wie schnell sie Sprengstoff erschnüffeln und finden kann. Von der Rettungshundestaffel Ingolstadt des Arbeiter-Samariter-Bundes wurden elf Rettungshunde vorgestellt. Der einsatzerprobte Border Collie „Fanny Mae“ von Hundeführerin Elke Hofmann demonstrierte eindrucksvoll die Rettung einer hilflosen Person.

„Die Hauptarbeit hier in der Region ist jedoch die Flächensuche nach demenzkranken oder suizidgefährdeten Personen“, erzählte Hundeausbilderin und Prüferin Beate Tomulla aus ihrer Praxis. Die eingesetzten Hunde hätten eine zweijährige spezielle Ausbildung hinter sich.

Auf den Lieblingssatz vieler Hundehalter „Das tut er niemals“ folge doch immer wieder die ernüchternde Feststellung „Das hat er ja noch nie gemacht“, weis Hans Scharl aus Erfahrung und wird auch an diesem Tag nicht müde, immer wieder auf die Bedeutung einer vernünftigen Hundeausbildung hinzuweisen.