Geisenfeld: Historische TV-Fahnen werden saniert
Edles Tuch: Annähernd ein halbes Jahrhundert lang schlummerte die repräsentative Fahne des TV unbeachtet auf dem staubigen Dachboden der TV-Halle. Jetzt wird sie restauriert. - Foto: TV Geisenfeld
Geisenfeld

"Natürlich wollen wir das heuer anstehende Vereinsjubiläum gebührend feiern", sagte TV-Vorsitzender Harald Bruckmeier nach der Sitzung des Hauptausschusses. "Aber einen solchen Aufwand wie zum hundertjährigen Jubiläum 1993 mit einer großen Fahnenweihe und dreitägigen Feierlichkeiten im Bierzelt wird es diesmal nicht geben."

Geplant sei vielmehr ein Festabend mit geladenen Gästen, auf dem verschiedene Mitglieder geehrt werden sollen. Der Pfaffenhofener Stadtarchivar Andreas Sauer wird bei dieser Gelegenheit die Zeitumstände Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere in der Hallertau erläutern. Auf die Vereinsgeschichte und einige interessante Anekdoten rund um die TV-Gründung und aus den frühen Jahren des Vereins wird Vorsitzender Harald Bruckmeier eingehen.

Im Zuge des Vereinsjubiläums wird der Turnverein auch seine beiden historischen Fahnen restaurieren lassen - die kleine "Ausflugsfahne" und vor allem die Jahrzehnte lang verschollene repräsentative Vereinsfahne von 1895. Der Hauptausschuss vergab dazu den entsprechenden Auftrag an die Fahnenstickerei Kössinger in Schierling. "Wir sind wahrscheinlich der einzige Verein zumindest im Landkreis Pfaffenhofen, der drei Vereinsfahnen sein Eigen nennen darf - eigentlich sind es mit der Schäfflerfahne sogar vier", schmunzelt der TV-Chef. Um so wichtiger sei es, dieses einmalige Kulturgut für kommende Generationen gut zu erhalten. Und da lassen sich die TV-Verantwortlichen nicht lumpen. Die Kosten für die Restaurierung der edlen Tücher belaufen sich auf zusammen rund 10 000 Euro. "Im Sinne der Traditionspflege ist dieses Geld gut angelegt", betont Bruckmeier. Außerdem habe man dafür schon seit Jahren die entsprechenden Rücklagen geschaffen. "Wir wussten natürlich, was da finanziell auf uns zukommen würde und haben vorausschauend geplant. Die Finanzierung steht auf einem soliden Fundament und bedeutet für den Verein keinen finanziellen Kraftakt."

"Natürlich hat der Zahn der Zeit an dem wertvollen Stoff genagt. Aber das farbenprächtige Motiv mit dem Stadtwappen und dem Vereinsnamen auf der einen sowie die vier Turner-F mit Lorbeerkranz und einem heutzutage freilich nicht mehr gebräuchlichen ,Gut Heil' auf der anderen Seite sind überraschend gut erhalten", so TV-Chef Bruckmeier über den aktuellen Zustand des edlen Tuchs. Dennoch werden die Restaurateure bei der Fahnenstickerei Kössinger viel Arbeit haben, um das gute Stück wieder auf Vordermann zu bringen. "Das ist natürlich in erster Linie alles Handarbeit für ausgewiesene Experten und kostet entsprechend eine schöne Summme, aber das ist es uns wert."