Geisenfeld: Eritreische Flüchtlinge feiern Mariä Lichtmess
Maria und Jesus standen beim Fest der eritreischen Flüchtlinge nicht nur als Ikone ganz im Mittelpunkt des Geschehens. Sie waren Gegenstand von Gebet, Gesang und Sketchen. - Foto: Zurek
Geisenfeld

Ganz in weiße Gewänder gehüllt empfingen Diakon Filmon Habteab und seine Kirchensänger die geladenen Besucher - darunter Landsleute aus München und aus Augsburg sowie Mitglieder der Pfarrei Sankt Emmeram und des Helferkreises Asyl. Als Organisatoren des Festes hoben sie sich gegen die Zuhörer dank Filzkronen mit Kreuzsymbol und Schärpen ab, auf denen Bibelsprüche in ihrer Muttersprache Tigrinisch zu lesen waren. Sie gehören der eritreisch-orthodoxen Kirche und damit einer der ältesten christlichen Gemeinschaften an. In ihrem Heimatland werden Christen aus religiösen Gründen verfolgt, viele sind in Haft. Schon Teenager werden zum jahrzehntelangen Militärdienst gezwungen. Erstmals konnten die Flüchtlinge nun in Freiheit feiern.

Für die deutschen Gäste waren zwar die zur Trommelbegleitung textsicher ohne Liedbuch intonierten Hymnen nicht im Wortlaut verständlich. Die Inbrunst, mit der die rund 60 jungen Menschen (nur wenige von ihnen sind älter als 25 Jahre) die Gesänge anstimmten, war jedoch ansteckend. Auch Einheimische klatschen bald mit. Sichtlich ergriffen verfolgten die Gläubigen die Lesung und das Gespräch über Bibeltexte. Wie der Diakon auf Nachfrage erläuterte, stand im Zentrum der Gebete und Fürbitten der Dank für die Rettung aus Not und das Flehen um Frieden für alle Menschen.

Humorig ging es offensichtlich, dem Lachen der eritreischen Landsleute nach zu urteilen, bei einem Sketch mit moralischem Anspruch zu. Der Inhalt im Kern: Alkohol und verfallende Sitten sind schlimm, aber Gebete, priesterliche Ermahnungen und letztlich Gottes Wirken führen Sünder auf den rechten Weg zurück.

Der Tag endete mit einem Festmahl, für das die Organisatoren tagelang gewerkelt und gekocht hatten. So reichhaltig ist der Speiseplan eritreischer Christen indes selten, gehören doch strenge und lange Fastenzeiten ganz ohne tierische Produkte zu ihrem Kirchenjahr. "Erstaunlich, wie intensiv und lebendig sie ihr Christsein zelebrieren", meinte eine Besucherin überrascht. Und ein anderer ergänzte: "Die tun doch mehr für den Erhalt des christlichen Geistes, als jene, die in Dresden Parolen grölend auf die Straße gehen".