Auch die Schüler der Geisenfelder Realschule haben sich zahlreich an der U18-Wahl beteiligt
Gerhard Kohlhuber
Geisenfeld
Ein anderer Schüler erklärte sich das Fehlen des Namens Merkel damit, „dass man in Bayern nur die bayerischen Kandidaten wählen kann“.

Schwamm drüber – das mit dem Bundestag und dem Wahlsystem ist ja auch erst in der zehnten Jahrgangsstufe Unterrichtsthema an der Realschule. „Um Interesse an der Politik zu wecken, ist diese U18-Wahl aber auf jeden Fall eine gute Sache“, sagt Realschul-Konrektor Hans Friedrich Stock. Nacheinander bekamen die Schüler der Jahrgangsstufen zehn, neun und acht Gelegenheit, in drei Wahlkabinen in der kleinen Aula ihre beiden Kreuzchen zu machen – nach einer kurzen Einführung durch die Juz-Leiterin Anja Jänicke.

Einen Wahlzettel geholt hat sich auch der 13-jährige Michael Hainz aus Rohrbach. Er findet die von den Landesjugendringen bundesweit organisierte U18-Wahl gut, „weil man da schon mal üben kann“. Und was wünschen sich die Geisenfelder Realschüler von der großen Politik? Jonas Schöppau (13) aus Rohrbach hat gehört, dass es in Norddeutschland viele kaputte Schulgebäude gibt. Da sollte der Staat mehr Geld ausgeben, meint er. Und bei den Flüchtlingen ist er für eine Obergrenze, „damit es nicht zu viele werden“. Paula Richter (13) aus Agelsberg findet es gut, „dass denen, die in Not sind, geholfen wird – aber man sollte die Flüchtlinge besser in Europa verteilen“.

Nach der Realschule waren dann auch die achte und neunte Jahrgangsstufe der Mittelschule dran. Insgesamt beteiligten sich an den beiden Geisenfelder Schulen 418 Jugendliche an der U18-Wahl – der einzigen im Landkreis. Nur noch eine Stimmabgabe kam am Nachmittag im Jugendzentrum dazu. Unter dem Strich zeigt sich Juz-Leiterin Anja Jänicke mit der Resonanz sehr zufrieden. Ich denke, ein wenig haben wir den Jugendlichen den Wert der Demokratie vermitteln können.“

Und welche Parteien haben die Geisenfelder Kids gewählt? Dies blieb offen, weil Ergebnisse nicht auf lokaler, sondern nur auf Stimmkreis-Ebene bekanntgegeben wurden. Bei den Erststimmen war der CSU-Kandidat Erich Irlstorfer mit fast 45 Prozent der klare Sieger.