Dicht drängen sich die Narren am Faschingsdienstag bei Sonnenschein am Pfaffenhofener Hauptplatz.
Dicht drängen sich die Narren am Faschingsdienstag bei Sonnenschein am Pfaffenhofener Hauptplatz. Die zweite Bühne und das neue Schlagerzelt am Marienbrunnen sind gut angekommen - im Zelt war es am Nachmittag brechend voll.
Kraus
Pfaffenhofen

Für den Pfaffenhofener Hauptamtsleiter Hans-Dieter Kappelmeier ist die Bilanz eindeutig: "Es war schön, das Wetter hat gepasst." Wenn man von oben auf den Hauptplatz geschaut habe, hätten rund 2500 Menschen zwischen den Buden und vor den beiden Bühnen gefeiert. "Ich glaube aber schon, dass ein Wechsel drin war, viele kamen erst am Nachmittag." Insgesamt seien nach dieser Rechnung rund 3500 Faschingsfreunde am Dienstag unterwegs gewesen. "Mehr habe ich nicht erwartet", so Kappelmeier. Somit knackt man heuer zwar nicht die absoluten Spitzenwerte, als bis zu 6000 Narren feierten. Dennoch kamen mehr als in so manchem schwachen Jahr mit nur rund 2000 Besuchern.

Am Vormittag waren laut Kappelmeier eher Eltern mit ihren Kindern unterwegs, "so richtig los ist es dann am Nachmittag gegangen", sagt er. Ob das eher mit dem sonnigen Wetter oder dem neuen Konzept zusammenhängt, das lässt sich nur schwer beantworten. Angekommen sind das Schlagerzelt und die zweite Bühne am Marienbrunnen auf jeden Fall, so viel steht fest. Am Nachmittag bildeten sich lange Schlangen, bald war das Zelt voll, die Temperatur stieg auch ohne Heizung, so gut war die Stimmung.

"Das Zelt war eindeutig zu klein", sagt Peter Rapp, Kassier bei der Narrhalla Ilmmünster, dem Betreiber des Zeltes. Rapp hatte sich zusammen mit Kappelmeier das neue Konzept für das Faschingstreiben ausgedacht: Schneller getaktete Nummern, auf der zusätzlichen kleinen Bühne zeigten zudem Gruppen der örtlichen Tanzschulen ihr Können. Die größte Neuerung war das Schlagerzelt, in dem Jörg Stadelmeier Schlager- und Partymusik auflegte und dabei tatsächlich, auch wie von Kappelmeier und Rapp gewollt, viele junge Feiernde anlockte. "Da war schon ein Risiko dabei", sagt Rapp. Doch es hat sich für die Vereinskasse gelohnt, die 14 Vereinsmitglieder hinter der Bar des Schlagerzeltes hatten einiges zu tun, "der Hugo ist schnell ausgegangen", so Rapp. "Die Leute haben überall gefeiert, im Schlagerzelt, zwischen Zelt und Bühne, auf der Bühne." Für ihn hat sich die Organisation gelohnt, auch wenn ihm eines klar ist: "Die Veranstaltungen auf dem Hauptplatz sind immer wetterabhängig", so Rapp. "Wenn die Sonne scheint, ist es super."

Super war es auch für die 16 Einsatzkräfte des BRK Pfaffenhofen, so Einsatzleiter Stefan Schedl. "Wir waren sehr froh über den ruhigen Tag." Nur zwei leichtere Vorfälle habe es gegeben, beide Male hatten Feiernde zu viel Alkohol getrunken und mussten versorgt werden. Bei dem friedlichen Ablauf konnten auch die Rettungskräfte selbst ein bisschen mitfeiern, so Schedl. "Alles war bestens, wir hatten Spaß."

Die Sicherheitskräfte hatten ebenfalls einen entspannten Dienst, sagt Kappelmeier seitens der Stadt. "Da war nichts, alles ruhig", sagt er. Als "sehr ruhig" bezeichnet Gerhard Haltmayer von der Pfaffenhofener Polizei die gesamte Faschingszeit in der Region. Auch beim Faschingstreiben in Pfaffenhofen gab es kaum etwas zu tun für die Beamten: Gegen Abend nahm sie einem betrunkenen 38-Jährigen an der Moosburgerstraße den Führerschein ab, etwa zur selben Zeit trennten Beamte am Bürgerpark laut Polizeibericht zwei Jugendliche, die sich stritten. Hausarrest dürfte außerdem inzwischen ein 14-Jähriger aus dem südlichen Landkreis haben. Der wurde nämlich zusammen mit seinem Kumpel am Dienstagnachmittag von der Polizei vor einem Pfaffenhofener Supermarkt stark alkoholisiert mit aufs Revier genommen - dort fanden die Beamten bei dem Jungen noch eine Dose Marihuana. Ihn erwartet jetzt eine Strafanzeige wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln.

Bleibt die Frage, ob die Faschingsfreunde auch im kommenden Jahr wieder im Schlagerzelt auf dem Hauptplatz feiern können. "Das wissen wir noch nicht", sagt Rapp von der Narrhalla Ilmmünster. "Wir werden uns mit der Stadt zusammensetzen und darüber reden." Das bestätigt auch Kappelmeier. Die Entscheidung darüber, wie das Faschingstreiben kommendes Jahr gestaltet wird, soll spätestens im September oder Oktober fallen.