Mit neuen Spezialpumpen in der Betriebsstation, einer Photovoltaikanlage zur Produktion von Eigenstrom und einem Wechsel des Stromtarifs kann beim Vakuumkanal in Ernsgaden der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. Zu diesem Ergebnis kam eine Energieeffizienzuntersuchung, die Professor Peter Weitz von der Technischen Hochschule Ingolstadt mit drei Studenten dem Gemeinderat vorstellte.

Die Studie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Hochschule, dem Landkreis und der Gemeinde. Die Studenten hielten sich dazu während des Frühjahrs mehrere Tage in Ernsgaden auf. Konkret wurden für die Kanalstation zwei neue Spezialpumpen vorgeschlagen, die die Erzeugung des Vakuums sicherer und preisgünstiger gestalten sollen. Ein weiterer Vorschlag ist es in Hinblick auf den Stromverbrauch des Kanalsystems von über 200 000 Kilowattstunden pro Jahr, eine Photovoltaikanlage zu bauen und den erzeugten Strom zum Betrieb der Kanalstation am Badweiher zu nutzen. Und schließlich könnte die Gemeinde laut Studie auch durch einen Wechsel des Stromtarifs Kosten verringern.

Das gesamte Einsparungspotenzial bezifferte der Professor mit rund 30 000 Euro jährlich, wobei jedoch von der Gemeinde zunächst Investitionen zu tätigen seien. "Der Amortisationszeitraum ist attraktiv, so dass es sich durchaus lohnen könnte, den Vorschlägen näher zu treten", fasste Bürgermeister Karl Huber zusammen.  In einer der nächsten Sitzungen wird sich der Gemeinderat mit den Ergebnissen der Studie nochmals konkret befassen.

Ausgiebig besprochen  wurde in der Sitzung auch eine neue Ausbaubeitragssatzung für Gemeindestraßen. Wie der Bürgermeister dazu mitteilte, wurde die bisherige Satzung vom Kommunalen Rechnungsprüfungsverband in Teilen beanstandet. Die Neufassung enthalte nun alle aktuellen Empfehlungen des Bayerischen Innenministeriums und auch die aktuelle Entwicklung der Rechtsprechung. Kämmerer Hans Thaller wies darauf hin, dass sich für die Bürger bei der Abrechnung von Straßenbaumaßnahmen im Vergleich zu bisher keine wesentlichen Änderungen ergäben. Dies gelte auch für die Abrechnung der Dorferneuerung, die wie vorgesehen mit jener Aufteilung der Kosten abgerechnet wird, wie sie vom Gemeinderat beim Beginn der Maßnahme beschlossen wurde.

Per Neuerlass der Satzung wurden auch die Kindergartengebühren neu festgesetzt. Auch hier hatte der Prüfungsverband darauf hingewiesen, dass die Gebühren von Zeit zu Zeit angepasst werden müssten. Dies war zuletzt Anfang 2015 geschehen. Jetzt werden die Gebühren zum 1. Januar 2018 um rund sechs Prozent erhöht. Die Räte folgten einem Vorschlag der Verwaltung, der zum Beispiel in der Buchungskategorie von drei bis vier Stunden Betreuungszeit einen monatlichen Beitrag von 70 Euro (bisher 66 Euro einschließlich Tee- und Spielgeld) vorsieht. Bei Buchung von vier bis fünf Stunden werden 80 Euro, bei fünf bis sechs Stunden 90 Euro und bei bis sieben Stunden 100 Euro fällig. Kämmerer Hans Thaller betonte, dass die Erhöhung insgesamt gesehen moderat ausfällt.  Wenn ein Kind am Mittagessen teilnimmt, kostet dies pro Tag 3,50 Euro und wird separat berechnet.

Gute Fortschritte macht die Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses. Wie Bürgermeister Karl Huber betonte, wurde der Estrich bereits verlegt und auch die Bemusterung der Ausstattung, die kürzlich mit dem Gemeinderat stattfand, sei "erfolgreich verlaufen". So wurde bereits die Farbe für den Außenanstrich festgelegt, das Pflaster für den Innenhof ausgesucht und die Ausstattung der Funktionsräume diskutiert. Der Auftrag für die Küche ging in der Sitzung an das Möbelhaus Weiß in Geisenfeld als wirtschaftlichstem Bieter. Mit der Gestaltung der Außenanlagen wird demnächst begonnen. Wie Elektroplaner Hubert Attenberger mitteilte, gibt es mit Blick auf die räumliche Enge und die technischen Voraussetzungen nun doch erhebliche Probleme, einen Aufzug einzubauen. Da sich im Dachgeschoss nur ein nutzbarer Raum befindet und die Räume im Erdgeschoss alle barrierefrei zugänglich sind, wurde vom Gemeinderat letztendlich auf eine Liftanlage verzichtet.