: Ende erst nach vier Zugaben
Da ging auch der Gastgeber mit: C. B. Green (von links) klatschte zur Musik seiner Gäste Anna Sahlene und Jimmy Wahlsteen - Foto: Schmid

Doch auch, wenn für Vereinzelte die Sicht etwas eingeschränkt ist: Die Atmosphäre wie in einem Jazzkeller auf Tuchfühlung zu den Musikern macht dies locker wett. Gewohnt leger erläuterte der sympathische Vollblutmusiker auch dieses Mal anfangs sein Konzept. Schnell schaffte er es, die Nähe zum Publikum herzustellen, als er erzählte, wie er die schwedische Sängerin Anna Sahlene über eine Googlesuche entdeckt hat und über seinen in Schweden lebenden Freund André de Lang zu dieser Tour überreden ließ. „Ich war allerdings ganz schön skeptisch, als sie gefragt hat, ob sie ihren Ehemann mitbringen kann“, so C. B. Green. „Er ist auch Musiker, hat sie gesagt. Skeptisch war ich allerdings nur, bis ich das Video seines 181st Song Train gesehen hatte.“

Was Green damit meinte, zeigte sich schnell in der Darbietung, die der charismatische Akustikgitarrist ablieferte. Jimmy Wahlsteen benutzt eine Hybrid-Picking-Technik, was an den Geiger David Garrett erinnert. Den gigantischen Effekt, den er mit seiner Fingerfertigkeit und den schnellen Gitarrenläufen oft auch noch durch Klopfen, Schlagen oder Wischen auf seinem Instrument erreicht, verstärkt er noch durch Open Tuning, also einer auf Akkord gestimmten Gitarre. Als Begleitung für seine Frau ließ er jedoch, ganz Gentleman, immer ihrer schmeichelnden Stimme den Vorrang. Dass C. B. Green mit seinen Gästen Anna Sahlene und Jimmy Wahlsteen wieder einen hervorragenden Griff in die Songwriter-Starkiste getan hat, zeigte sich sofort an der Resonanz des Publikums, das in allem mitging und auch nichts dagegen hatte, dass die Schweden die Hintergründe ihrer Lieder auf Englisch erläuterten.

Seinen brandneuen Lovesong „Change“, der das Zeug zu einem ganz großen Hit hat, stellte C. B. Green vor. Der Songschreiber avisierte dem Publikum auch seine neue CD, die er mit Nosie Katzmann am Laufen hat und präsentierte auch Titel wie „Time too soon“ daraus. Ebenso wie ihr Gastgeber lässt sich auch Sahlene vom Leben für ihre Musik inspirieren. Dabei drückt sie eindrucksvoll ihre Gefühle mit dem Timbre ihrer Stimme aus, wenn sie davon singt, wie sie in „Sometimes“ manchmal hart gegen sich selbst ist.

Wie gut die sanfte und kraftvolle Stimme der kleinen Inga aus Bullerbü, die Anna Sahlene als Elfjährige gespielt hat, mit Greens markanter Stimme harmoniert, gaben die beiden in der Zugabe mit ihrem Duett zum Besten. Sein „Somebody’s Hero“ erhielt noch einen zusätzlichen Wow-Effekt. Selbst nach vier Zugaben entließen die Zuhörer die Künstler nur ungern. C. B. Green vertröstete: „Im Mai komme ich wieder!“ Seine Fans sicherlich auch.