Die Riedermühler Straße in Ilmmünster ist zwar noch Baustelle - unter der Fahrbahn sind aber bereits Leerrohre für ein Glasfaserkabelnetz mit verlegt. Die will die Gemeinde jetzt für eine Leitung nach Ilmried nutzen.
Die Riedermühler Straße in Ilmmünster ist zwar noch Baustelle - unter der Fahrbahn sind aber bereits Leerrohre für ein Glasfaserkabelnetz mit verlegt. Die will die Gemeinde jetzt für eine Leitung nach Ilmried nutzen.
Lodermeyer
Ilmmünster

Die Gemeinde Ilmmünster hatte schon vor einigen Jahren bei den Anfängen des Förderverfahrens die ersten Gelder bekommen. "Der größte Teil von Ilmmünster ist mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde versorgt", fasste Bürgermeister Anton Steinberger (CSU) nach der Sitzung zusammen. "Man muss aber unter 30 Mbit haben, um noch ins Förderverfahren zu kommen." Daher fällt der Kernort eigentlich erst einmal durch das Raster. Übrig bleiben für das Förderverfahren allerdings Unterdummeltshausen, zwei kleine Gemeindebereiche im Süden in der Nähe der Bundesstraße - und Ilmried. Im letzteren Ortsteil, das ergab eine Untersuchung der Firma Corwese, gibt es zwar eine Handvoll Anwesen, die auf die 30 Mbit kommen - der Rest des Ortsteils allerdings liegt weit dahinter.

Für den Ausbau nach FTTH (Fiber to the Home) sind in diesen vier Ilmmünsterer Gebieten etwa 555 000 Euro nötig, schätzt Diplom-Ingenieur Roland Werb von der Firma Corwese. Einen Teil davon übernimmt der künftige Telekommunikationsanbieter, es bleibe wohl eine sogenannte Deckungslücke von 421 000 Euro. "Darauf bekommen wir 60 Prozent Zuschuss", erklärte Steinberger. "Es bleiben 168 397 Euro: Die muss die Gemeinde bezahlen, um die unterversorgen Gebiete auszubauen."

Allerdings betont der Bürgermeister hierbei einen strategischen Schachzug der Gemeinde: "Die gut 168 000 Euro sind letztlich nicht nur für Ilmried - das ist gleich ein erster Schritt für den Glasfaserausbau in Ilmmünster", sagt Steinberger. Denn die Gemeinde hatte vor einiger Zeit einen sogenannten Masterplan erarbeiten lassen: Darin sind künftige Leitungsverläufe, Knotenpunkte und zentrale Stellen für ein Glasfasernetz in Ilmmünster aufgezeichnet. Zu diesem Netz will die Gemeinde im Verlauf einiger Jahre kommen und dazu nach und nach bei Bauarbeiten bereits Leerrohre mit verlegen, um so die Basis für das Glasfasernetz zu legen.

Genau das sei nun bei den Bauarbeiten in der Riedermühler Straße bereits passiert: "Wir haben dort schon Leerrohre verlegt", erklärt Steinberger. Dort sollen entsprechend auch Glasfaserleitungen verlegt werden, wenn Ilmried erschlossen wird - denn die Zentrale für das Ilmmünsterer Glasfasernetz ist an der Grundschule geplant, entsprechend muss sowieso eine Leitung von Ilmried nach Ilmmünster verlegt werden, die eben über die Riedermühler Straße laufen soll. Von dieser Leitung können - letztlich als Nutznieser - die Anwohner an der Riedermühler Straße Verbindungen in ihr Haus legen. Ob für diesen zusätzlichen Ausbau die Gemeinde oder ein Telekommunikationsunternehmen aufkommt, ist noch offen. Steinberger rechnet damit, dass das Vorhaben - auch zu Ilmried, Unterdummeltshausen und den südlichen Gemeindeteilen - etwa in zwei Jahren umgesetzt wird.

Der Gemeinderat stimmte am Dienstagabend geschlossen dafür, das Vorhaben weiter voran zu treiben. Nun sollen auch die Fördergelder beantragt werden.