Die Gemeinde habe vor einigen Jahren eine acht Hektar große Fläche in Ebenhausen-Werk als Gewerbegebiet ausgewiesen. „Nachdem der Wald gefällt war, ist nichts Wesentliches mehr geschehen“, so die Grünen in einer Mitteilung, die Fläche liege brach. Erst im Vorjahr sei das Gewerbegebiet „Baar-West“ mit einer Fläche von 3,3 Hektar ausgewiesen worden, was auch noch nicht realisiert worden sei. „Es gibt keine Veranlassung, weitere Gewerbegebiete auszuweisen, wenn nicht einmal die bereits ausgewiesenen Flächen genutzt werden. Der Gemeinderat sollte Ministerin Scharf ernst nehmen und dem Naturschutz die gleiche Bedeutung wie dem Hochwasserschutz geben“, so die Bündnisgrünen unter Bezug auf die Rede der Ministerin anlässlich der Einweihung des Nepomukplatzes.

Der Schutz von Vögeln wie etwa des Kiebitz oder des Brachvogels sei weder Selbstzweck noch überflüssiger Luxus, sondern ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz. Außerdem würden die Flächen dringend für die Landwirtschaft benötigt. „Nicht nur die Grünen, sondern auch der Bayerische Bauernverband beklagt den hohen Flächenverbrauch, der zu einer drastischen Verteuerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen für die Erzeugung von Lebensmitteln führt“, so die Ortsvorsitzende Brigitta Winkelmann.

Für Baar-Ebenhausen sei der Hochwasserschutz ein wesentlicher, nicht zu unterschätzender Gesichtspunkt. Zwar werde derzeit der technische Hochwasserschutz gebaut, aber niemand wisse, ob die vor rund fünfzehn Jahren geplanten Maßnahmen im Hinblick auf den Klimawandel ausreichen. Die Flächenversiegelung durch Bebauung ist nach Auffassung der Grünen ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Entstehung von Hochwasser und sollte daher soweit irgend möglich gerade in Gemeinden wie Baar-Ebenhausen vermieden werden. Für die Gemeinde wäre im Hinblick auf die Bevölkerungszunahme die Förderung des Einzelhandels wichtig und nicht die Ausweisung neuer Gewerbegebiete.