Wie in der Donnerstagausgabe berichtet, befindet sich das ehemalige Bundeswehrgebäude schon seit einigen Monaten im Besitz der von der Stadt verwalteten Heilig-Geist- und Gritsch’schen Fundationsstiftung. Und längst hat sich der ehemalige Verwaltungstrakt zu einem kleinen Pfaffenhofener "Vereinszentrum" entwickelt: Dort finden Versammlungen statt, dort wird geprobt, dort werden historische Fahnen und Archivmaterial aufbewahrt. Bislang war das für die Vereine völlig kostenfrei. Sie mussten keine Miete berappen und auch die Nebenkosten für Strom und Heizung (durchschnittlich etwa 4000 Euro pro Jahr) trug die Stadt.

Jetzt wollte die Verwaltung wissen, ob es bei dieser großzügigen Regelung bleiben, oder künftig zumindest ein Teil der Kosten auf die Vereine umgelegt werden soll. Eine knifflige Frage, wie sich bei der Diskussion schnell zeigte: Bürgermeister Hans Prechter tendierte zwar zu einer Beteiligung der Vereine an den Unkosten, verwies allerdings gleichzeitig darauf, dass es sicher sehr schwierig würde, hier eine gerechte Lösung zu finden, da die Nutzungsintensität durch die jeweiligen Gruppen äußerst unterschiedlich sei: "Die einen haben da eine Art kleines Vereinsheim, die anderen lagern nur ihr Archivmaterial." Frei nach dem Motto "was nichts kostet, ist oft auch nichts wert" hielt Martin Wolf (CSU) es für angebracht, dass die Stadt von den Vereinen zumindest einen kleinen Kostenanteil einheben sollte. Den könne man ja nach Nutzungsstärke staffeln, regte er an.

Selbst ein geringer Pauschalbetrag könne für kleine Vereine, oder für Organisationen, die sich ausschließlich über Spenden finanzieren, zu einer spürbaren Belastung werden, gab Hellmuth Inderwies (FW) zu bedenken und Klaus Herber (SPD) hatte noch ein gewichtiges Argument parat: Würden die Vereine – wie es im Rahmen der Diskussion vorgeschlagen wurde – mit 50 Prozent an den Unkosten beteiligt, gehe es doch höchstens um eine Summe von rund 2000 Euro pro Jahr. Stelle man dem den enormen Verwaltungsaufwand gegenüber, den alleine die Ausarbeitung eines halbwegs gerechten Umlegungsschlüssels erfordern würde, rechne sich das doch unter dem Strich nicht mehr, so der SPD-Sprecher und Mathematiker, der damit die Mehrheit der Räte überzeugte: Mit 8:5 Stimmen beschloss das Gremium, den Vereinen weiterhin eine kostenfreie Nutzung des Gebäudes zu ermöglichen.

Was den eigentlichen Bunker selbst betrifft, hat die Stadt nach wie vor keinen konkreten Interessenten für eine künftige Verwendung. Kurz vor der Sitzung ging allerdings noch ein Vorschlag des Pfaffenhofener Künstlers Manfred Habl (bekannt durch die Aktion um den "goldenen Stadttresor") ein: Als "Think Tank", also als abhörsicherer Raum für Seminare usw., könnte der Betonkoloss seines Erachtens genutzt werden. In eine Diskussion über diese Idee stieg der Ausschuss allerdings – zumindest vorerst – nicht ein.