Mit dem Auflegen der Hände empfing George Spanos den Segen für ein erfolgreiches Wirken in seinem Amt..
Mit dem Auflegen der Hände empfing George Spanos den Segen für ein erfolgreiches Wirken in seinem Amt.
Steininger
Pfaffenhofen

Unter den Gästen waren neben dem stellvertretenden Landrat Anton Westner (CSU) auch Vertreter der Stadt und aus umliegenden Gemeinden. Dicht besetzt waren die Reihen mit der Geistlichkeit beider Konfessionen, darunter Pfaffenhofens katholischer Seelsorger Albert Miorin. Nach der Begrüßung durch den evangelischen Geistlichen Jürgen Arlt und dem Kollektengebet von Pfarrerin Doris Arlt hielt Pfarrer Michael Baldeweg aus Wolnzach die Lesung. Die hatte das Hören, das Predigen und den Glauben aus der Predigt durch das Wort Christi zum Inhalt, bevor der Ingolstädter Dekan Thomas Schwarz die Amtseinführung von George Spanos formell ankündigte. Die Vakanz von nur sechs Monaten in einer Pfarrstelle sei „atemberaubend schnell bei Besetzungen“, betonte Dekan Schwarz nicht ohne Selbstironie. Im Gemeindeleben kehre die Normalität wieder zurück. „Schön, dass sie da sind“, freute er sich. Im Pfarrhaus lebe wieder „eine schon etwas ältere Familie“, meinte Schwarz unter dem Gelächter der ganzen Kirchengemeinde. In Pfaffenhofen könne man sich „als Familie und als Pfarrer wohlfühlen“, hier lasse es sich gut leben. Zu einem guten Leben gehöre aber diesem Geschenk Gottes nachzuspüren, es im Alltag zu verwirklichen.

Auch ein erfahrener Gemeindepfarrer (Jahrgang 1965) wie George Spanos, der „im letzten Drittel seines Berufslebens“ angelangt sei, brauche die Kollegen vor Ort, die ehrenamtlichen Helfer sowie die Partner aus Kommunen und Vereinen mit deren guten Einfällen. Möglicherweise brächten diese Experimente um das Miteinander in einer Gemeinde oder Kommune, bei denen man nur gewinnen könne, ein Plus an Erfahrung und an zunehmender Klugheit. Deshalb überreichte der Dekan dem neuen Pfarrer zusammen mit guten Wünschen ein Buch mit dem Titel „Damit wir klug werden – 100 Experimente mit Gott“. „Ich hatte schon gedacht, ich krieg’ einen Rollator“, erwiderte Spanos – und erntete damit großes Gelächter und prasselnden Beifall. Ernst wurde es, als der Dekan an Spanos gerichtet sagte: „Ich weise Sie an die Menschen und die Menschen an Sie. Knien Sie nieder, um Sie mit dem Auflegen der Hände zu segnen und Ihnen Gutes von Gott für Ihr Arbeiten in Pfaffenhofen zu wünschen“.

Um das „Hören“ rankte sich dann auch die launige Rede des frisch bestellten Pfarrers. Es habe viele Facetten: wie aufeinander hören, selektive Schwerhörigkeit bis hin zum Gras wachsen hören. Er wolle die ersten 100 Tage seines Amtes erst einmal zuhören. Seine Frau habe dazu gemeint, „für Dich, der so viel redet, ist das ein wirklich anspruchsvolles Programm“. Zuhören aber sei keine passive Haltung, sondern erfordere Aufmerksamkeit gegenüber dem Redner. Es bedeute aber nicht, alles gut zu heißen, sondern in einen Dialog zu treten.

Das Hören – wie beispielsweise bei der Musik – löse Empfindungen aus, positive wie negative. Worte, mehr oder weniger verständlich, seien zudem wie bei dem Apostel Paulus, „keine leicht zu verstehende Kost“.

Ausgesprochen gut verständlich ist dagegen Spanos’ Redekunst, mal geflüstert, mal deutlich betont, mal „dem Volk aufs Maul geschaut“. Das lässt auf interessante Predigten hoffen. Aber nicht der Prediger selbst, sondern der Inhalt steht im Fokus. „Der Glaube kommt aus der Predigt“, wiederholte er. „Und wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, der wird selig.“

Die Amtseinführung von George Spanos war von einer besinnlichen, aber auch heiteren, familiären Atmosphäre gekennzeichnet, die wohl alle Gäste im Kirchenschiff positiv stimmten. Dazu trugen Stefan Daubner an der Kirchenorgel und der Chor der Kreuzkirche natürlich auch mit ihrem Spiel und ihrem Gesang einen gehörigen Teil bei.

Im Anschluss an die feierliche Amtseinführung wurden im evangelischen Gemeindezentrum von Pfaffenhofen eine ganze Reihe von Grußworten verlesen, bevor die Gläubigen ersten Kontakt zu George Spanos knüpfen durften.