Neuburg: Mélanie Strauß (rechts) und Vicky Müller-Toùssa eröffnen das Werkhaus gemeinsam in der Schrannenstraße 54 neu.
Mélanie Strauß (rechts) und Vicky Müller-Toùssa eröffnen das Werkhaus gemeinsam in der Schrannenstraße 54 neu. Bis Ende Januar war das Projekt noch in der Blumenstraße zu finden.
Schmidt
Neuburg

Denn Mélanie Strauß hat sich eine Geschäftspartnerin mit ins Boot geholt: Vicky Müller-Toùssa ist mit eingestiegen. "Nach dem Wasserschaden hat das Werkfach im November wieder eröffnet", erzählt Strauß. Doch schnell sei ihr klargeworden, dass sie die Organisation nicht mehr alleine stemmen kann. Deshalb habe sie sich nach einem Partner umgesehen - oder einem Nachfolger. "Doch ich will auf keinen Fall Mélanies Nachfolgerin sein", stellt Müller-Toùssa klar, "wir machen das jetzt zusammen."

Parallel zur Suche nach einem Partner hatte Strauß auch die Idee, in neue Räumlichkeiten zu ziehen - und fand sie in der Schrannenstraße. Der Standort sei dort besser als in der Blumenstraße, erklärt Strauß, und mehr Platz haben die beiden Frauen zukünftig auch zur Verfügung.

Vieles soll aus dem alten Werkfach mit umziehen: Die Regale selbstverständlich, in denen Neuburger ihre Kunst ausstellen und verkaufen können. Doch auch feste Institutionen wie der Frankreich-Stammtisch - Strauß hat französische Wurzeln - und der Bistrobetrieb gehen ab 8. März einfach in der Schrannenstraße weiter.

Doch mit dem neuen Gesicht ziehen auch einige neue Ideen mit in den neuen Laden: Der griechische Montag zum Beispiel. Müller-Toùssa stammt aus Griechenland und wird die Spezialitäten ihrer Heimat bald im Bistro anbieten, unter anderem auch griechische Süßigkeiten. "So verbünden sich Frankreich und Griechenland", scherzt Strauß. Die beiden Frauen haben aber noch einige Ideen mehr für ihr neues, altes Projekt: Veranstaltungen und Kurse zum Beispiel. Und das neue Werkfach soll auch eine Kleinkunstbühne werden: Von Zeit zu Zeit haben die beiden Frauen vor, Musiker einzuladen - oder Platz für Müller-Toùssas Theaterstücke zu schaffen. Die will auch verstärkt Angebote für Kinder initiieren. Sei es Kindertheater, eine Ferienbetreuung oder in regelmäßigen Abständen ein Familiencafé immer Dienstagvormittag. "Klein, schnuckelig und alternativ", umschreibt Strauß ihre Vision vom neuen Laden: Kein unnötiger Abfall wie von To-go-Bechern und immer ein veganes Gericht im Angebot. "Wir gehen einfach nach der Prämisse: ,Mensch, was gefällt uns überhaupt?' und versuchen dann, das zu verwirklichen", so Müller-Toùssa.

Noch allerdings sind die Räume in der Schrannenstraße recht kahl. Dabei ist der alte Laden schon seit Ende Januar geschlossen. Doch vor dem Umzug soll noch so einiges passieren: Einige Wände kommen raus, um einen großen Bewirtungsraum mit den Regalen zu schaffen. Dort soll dann auch eine Bühne stehen, gleich daneben eine Bar. Die neuen Räumlichkeiten bieten aber auch einen abgetrennten Kursraum und ein Büro. "Einen Raum für die Verwaltung hatte ich bisher gar nicht", so Strauß, die beispielsweise weiterhin die Buchhaltung übernehmen will, "ich habe sehr viel zu Hause machen müssen."

Plätze für 40 bis 50 Menschen soll das neue Werkfach bieten. Los geht es nicht ohne Grund am 8. März, dem Weltfrauentag. "Wir sind zwei Frauen und bei der Suche nach einem geeigneten Termin kam uns das gelegen", erklärt Müller-Toùssa. Dass auch Hedwig Eser mit ihrer Bücherstube im Café Wortschatz an diesem Tag neu aufmacht, ist laut den beiden kein Problem: Denn Eser feiert die Eröffnung am Abend, Strauß und Müller-Toùssa öffnen an diesem Donnerstag ohne großes Programm um 9 Uhr morgens - wie in Zukunft von Montag bis Samstag. Bis 17 Uhr hat das Werkfach dann an Werktagen geöffnet, an Samstagen bis 14 Uhr. Und immer wieder möchten die beiden für besondere Kulturangebote auch abends die Pforten des neuen Werkfachs öffnen.