platz untere Altstadt neuburg, neuplanung, November 2017 
Rein, Winfried, Neuburg (rein)
Neuburg

Die Anlieger nehmen das Thema sehr ernst, das zeigt die Resonanz mit etwa 160 Besuchern. Sie stellten Fragen am laufenden Band an Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und seine angetretene Bauverwaltung. Die zentrale Bürgersammlung in der vergangenen Woche war dagegen eher lasch.

Architekt Volker Scholz vom beauftragten Stadtplanerbüro pesch-partner (Stuttgart) ahnte schon, dass es kein leichter Abend werden würde. Der Planer stellte als Idealziel für das Areal zwischen Elektro Linzi und Altem Neuhof "mehr Aufenthaltsqualität", Freiräume und eine Mitte zur Identität vor. Er sprach von "einer funktionellen Neuordnung des Raumes." Schön wäre es, "wenn man im Sommer unter den Kastanien verweilen" könnte.

Das Konzept sieht Bäume, Bänke, ein "Wasserspiel" und Platz für Außengastronomie vor. Das waren Stichwörter für die ersten Proteste. "Wer soll sich da hinsetzen, hier ist nichts", stellte eine Anliegerin fest. Ein Münchener beanstandete die eingezeichnete Kastanie vor seinem Haus: "Was soll der Baum da? Ich brauche hier einen Behindertenparkplatz für meine Frau."

Stadtplaner Volker Scholz kämpfte gegen die Parkplatzwucht. Er verwies darauf, dass die Anzahl von 78 verbliebenen auf 82 (derzeit 87) Stellplätze erhöht worden sei. Jedes Einzelproblem werde im Detail behandelt. Aber es bleibe das Grundziel, den "Schießhausplatz" attraktiver zu machen und den Durchgangsverkehr herauszubekommen.

platz untere Altstadt neuburg, neuplanung, November 2017 
Rein, Winfried, Neuburg (rein)
Neuburg

Nachdem Kanal und Versorgungsleitungen verlegt sind, steht 2018 die Oberflächengestaltung an. "Den ramponierten Platz herzurichten, das reicht", findet Elektromeister Richard Linzi, Gewerbe und Ärzte bräuchten Anfahrtsmöglichkeiten. Er zählt 20 Parkplätze, die wegfielen. Ein anderer Geschäftsinhaber warnte: "Wenn die Leute hier nicht mehr einkaufen können, dann leert sich die Innenstadt." Verschönerung ja, aber nicht auf Kosten der Parksituation.

Der Verkehr in der Neuhofstraße, die in die Münchener Straße mündet, wird als "häufig chaotisch" beschrieben. Es gab mehrere Forderungen, die Neuhofstraße stadteinwärts zur Einbahnstraße zu erklären. "Anders bekommt man den Verkehr zu Stoßzeiten nicht in den Griff", urteilt Hautarzt Dr. Bernhard Hildebrandt, der seine Praxis im früheren Möbelhaus Pummer führt. Er forderte von der Stadt eine Art Befreiungsschlag mit dem Bau einer großen Tiefgarage unter dem Quartier.

Die Tiefgarage sei technisch möglich, antwortete OB Bernhard Gmehling, aber sie koste wohl 20 Millionen Euro und das könne die Stadt nicht leisten. Der Oberbürgermeister tendiert ohnehin zu einer kleinen Lösung, unter Umständen auch ohne Städtebauförderungsgelder. Einigkeit besteht darin, dass Straßen und Gehwege auf einer Ebene nach dem Modell Weinstraße gepflastert werden sollen. Bis der Stadtrat über die konkrete Planung entscheidet, werden die Anlieger erneut befragt und es muss eine Hauptfrage geklärt werden: Kann die Stadt den privaten Platz unter den gläsernen Pavillons (ehemals "Citrus") überhaupt kaufen?