Rohrenfels: Gemeinderat nickt Haushalt ohne Diskussion ab
Die Bauarbeiten im Rohrenfelser Zentrum haben vor zwei Wochen begonnen: Hier wird der Übergang mit Ampelanlage gebaut, in etwa 14 Tagen soll alles fertig sein. - Foto: Hammerl
Rohrenfels

Mit einem Gesamtvolumen von 5,56 Millionen Euro ist der neue Haushalt um zirka 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen - wobei der Zuwachs überwiegend auf den Vermögenshaushalt entfällt, der Verwaltungshaushalt bleibt nahezu unverändert. Dessen wesentlichen Einnahmen rekrutieren aus Steuern, Umlagen und Zuweisungen. Die Beteiligung an Einkommenssteuer und Umsatzsteuer machen mit mehr als 39 Prozent das Gros der Einnahmen aus. Größter Ausgabenposten sind erneut die VG-Umlage und die Personalkosten (19,3 Prozent) sowie die Kreisumlage. Diese steigt aufgrund der gestiegenen Steuerkraft um rund 19 000 Euro, obwohl die Umlage um 0,5 Punkte auf 51,5 Prozent gesenkt wurde. Für Umlagen und Personalkosten muss Rohrenfels zusammen rund 50 Prozent des Verwaltungshaushaltes aufwenden.

An Investitionen stehen unter anderem der Vorplatz am Gemeindehaus (100 000 Euro), Kindergarten- und Krippenerweiterung (1,4 Millionen Euro abzüglich der Förderung), Grundstückskäufe (1,2 Millionen Euro), der Neubau des Leichenhauses in Wagenhofen (200 000 Euro) und Urnengräberanlagen (10 000 Euro) auf den Friedhöfen in Rohrenfels und Wagenhofen an. Der Haushalt wurde ebenso wie der Finanzplan einstimmig vom Gemeinderat abgesegnet. Das galt auch für das Ergebnis der überörtlichen Rechnungsprüfung.

Keine Einwände gab es gegen den Antrag auf Terrassenabdeckung mit Einhausung auf dem Grundstück Schulstraße 8a. Einstimmig im Amt bestätigt wurden Lukas Frank und Werner Karpf als neue Kommandanten der Feuerwehr Rohrenfels. "Die Kindergärtnerinnen besinnen sich auf ihre Muskelkraft" - so umschrieb Bürgermeister Wigbert Kramer (CSU) die Absage an eine elektrisch betriebene Markise für die Beschattung von Kinderkrippentür und benachbartem Fenster. Es soll nun eine mittels mechanischer Kurbel zu bedienende drei Meter breite Markise für 3500 Euro angeschafft werden.

Andrejs Laukmanis (FW Wagenhofen-Ballersdorf) machte auf zwei abgestorbene Bäume aufmerksam, davon einer vor der Ortsstraße 5, und einen Zwetschgenbaum in der Neuburger Straße. Ersteres quittierten die Kollegen mit leisem Lachen, woraufhin er klarstellte, dass er an den vor seinem eigenen Anwesen stehenden Baum aus dem Grund nicht herangehe, weil Leitungen darunter verliefen.

Helmut Hartmann (FW Wagenhofen-Ballersdorf) fragte nach dem Stand der Dorferneuerung. Er warte jeden Tag auf Nachricht vom Amt für ländliche Entwicklung, antwortete Kramer. Zudem teilte der Bürgermeister mit, dass am 18. Mai die Grabsteine auf den Friedhöfen in Rohrenfels und Wagenhofen auf ihre Standfestigkeit hin überprüft werden. Er sei von Bürgern gebeten worden, im Gemeindegebiet vermehrt Blumenwiesen als Insektennahrung ansäen zu lassen. Ob es "feuerwehr-kompatibel" sei, neben dem Feuerwehrhaus eine Blumenwiese anzusäen, müsse noch geprüft werden, merkte er auf Einwand Hartmanns ironisch an.

Die Dritte Bürgermeisterin Manuela Heckl (Dorfgemeinschaft Rohrenfels) berichtete von den Aktivitäten der Nachbarschaftshilfe Rohrenfels, die zum 2015 an den Start gegangen war. Vier Personen aus dem fünfköpfigen Organisationsteam teilten sich den wöchentlichen Bereitschaftsdienst, der Anfragen der Bürger entgegennehme. Im ersten Jahr sei es langsam angelaufen, erklärte sie. Einmal im Jahr werde eine Veranstaltung für die Bürger zu aktuellen Themen organisiert. 2015 war das ein Informationsabend zum Thema Asyl mit Landrat Roland Weigert und einem Vertreter der Caritas in Wagenhofen, 2016 ging es im Vortrag von Christian Kutz vom Landratsamt um "Vorsorgevollmacht".

Etwa 20 Anfragen hatte die Nachbarschaftshilfe im vergangenen Jahr, geleistet wurden 139 ehrenamtliche Helferstunden, die etwa 60 Stunden des Teams nicht eingerechnet. Meist sei es um Fahrdienste, aber auch Blumengießen während des Urlaubs, Kinderbetreuung, Hilfe am PC oder beim Schriftverkehr mit Behörden, Sprachunterricht oder Fahrräder für die unbegleiteten Minderjährigen gegangen.