Rain: Mammut-Kampagne der Zuckerfabrik
Die Zuckerfabrik Rain hat ihre stattliche Kampagne gestartet. Mehr Anbauflächen und mehr Rüben heißt die Devise. Bis Ende Januar laufen die Anlagen ohne Unterbrechung, stündlich laden 20 Laster ihre Frachten im Rübenhof ab (Bild). ‹ŒArch - foto: r
Rain

Der Konzern hat seine Landwirte aufgefordert, die Anbauflächen um 25 Prozent zu erweitern. Jeden Tag rollen 12 000 Tonnen Zuckerrüben ins schwäbische Werk Rain am Lech, das könnte dann Ende Januar mehr als die bisherige Rekordmenge von 1,6 Millionen Tonnen Rüben werden.

Nachdem die Bodenfrüchte heuer gut gewachsen sind und der Zuckergehalt (Polarisation) wieder 17,9 Prozent erreicht, dürfen die Verarbeiter mit einem satten Ertrag rechnen. Das Wechselwetter dieses Sommers hat den Rüben also nicht geschadet. Die Fabrik rechnet mit einer Ernte von durchschnittlicher 90 Tonnen Rüben pro Hektor - kein Rekord, aber ein guter Wert.

Im Prinzip kann jedes Unternehmen jetzt Rüben verarbeiten und verkaufen, wie es will. Kontingente und Decklung sind weggefallen. Südzucker habe sich gerüstet und gut aufgestellt, berichtet Wolfgang Vogl, Direktor der Werke Plattling und Rain. Die Anlagen seien bereit für "volle Auslastung". Der Konzern erschließe neue Vertriebswege für den Export, hat Vertriebszentren für Süd- und Nordeuropa oder Israel einrichtet. In Seehäfen wie Le Havre soll der bayerische Zucker verschifft werden.

In Rain baut das Unternehmen neue Verladehallen und reaktiviert sogar das Bahngleis auf eigene Kosten. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Bahn sei die Sanierung gelungen, so Direktor Wolfgang Vogl. Südzucker will künftig Pellets (Futtermittel) und Paletten mit Zuckerpackungen per Güterzug abtransportieren. Bis Anfang der 90er-Jahre kamen noch Rüben in Güterwaggons an - bis der Bahn die Sache zu unwirtschaftlich geworden ist.

Für die 290 Beschäftigten in Rain richtet der Arbeitgeber jetzt Vierschichtbetrieb ein. Das neue System werde getestet und diene der Entlastung der Belegschaft, so Direktor Wolfgang Vogl.

Schließlich geht es voraussichtlich bis 22. Januar im Nonstop-Betrieb an die Belastungsgrenze. Das gilt auch für die Lkw-Fahrer der Anfuhrgemeinschaften aus Oberbayern, Schwaben und der Oberpfalz. 28 Tonnen Rüben hat jeder Lenker pro Fahrt zu liefern, stündlich laden 20 Lastwagen ihre Frachten im Rübenhof vor den Schätzern ab.