Staffelübergabe: Xenia Löffler (2.v.r.) übernimmt den Bereich Alte Musik von Georg Brunner. Auf die Arbeit mit ihr freuen sich Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs (l.) und ihre Kollegin Marina Gloßner..
Staffelübergabe: Xenia Löffler (2.v.r.) übernimmt den Bereich Alte Musik von Georg Brunner. Auf die Arbeit mit ihr freuen sich Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs (l.) und ihre Kollegin Marina Gloßner.
Janda
Neuburg
Xenia Löffler, Solo-Oboistin an der Akademie für Alte Musik in Berlin, übernimmt ab dem kommenden Jahr die Leitung des Bereichs Alte Musik bei der beliebten Künstlerwerkstatt in Neuburg. Eine Aufgabe, auf die sie sich sichtlich freut, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte. Und für die sie auch schon ein paar eigene Pläne hat.

„Wir bekommen mit Xenia Löffler den Namen in Deutschland, was die Oboe angeht“, stellte die städtische Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs bei der offiziellen Staffelübergabe fest. Doch gleichzeitig muss Neuburg Abschied von Georg Brunner nehmen. Der Leiter des Instituts für Musik an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg war seit den Anfängen des Angebots rund um Alte Musik in Neuburg dabei. „Trotz dieser Entfernung lief die Zusammenarbeit stets reibungslos“, attestierte Jacobs. Doch nach Übernahme zusätzlicher Aufgaben im Rektorat der Hochschule muss Brunner nun sein Engagement in Neuburg zurückschrauben. „Nach 19 Jahren muss ich auch sagen: Es ist gut, dass ein Wechsel stattfindet“, erklärte Brunner, der die Alte Musik innerhalb der Sommerakademie gut aufgestellt sieht und mit der Resonanz in diesem Jahr „sehr zufrieden“ ist. Er erinnert sich noch gut an die schwierige Anfangszeit mit 20 Teilnehmern und immer wieder ausfallenden Kursen. Diese Phase ist natürlich längst vorbei, wie auch Löffler anerkennend bemerkte. „Der Zustand ist hervorragend, das ist eine tolle Sache und zugleich Anspruch für mich“, erklärte die gebürtige Erlangenerin, die der Sommerakademie seit drei Jahren als Dozentin verbunden ist, heuer allerdings wegen einer Juryverpflichtung in Belgien pausieren musste.

Großartige Veränderungen strebt Löffler indes nicht an – zumindest nicht im kommenden Jahr, wenn die 40. Sommerakademie ansteht. Im Jahr darauf kann sie sich vorstellen, klassischen Instrumenten etwas mehr Gewicht zu geben und damit „auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren“. Freilich sind davor noch viele Gespräche notwendig, „ich bin mir dieser Herausforderung bewusst“, so Löffler.

Die neue Leiterin für Alte Musik hat ihre Karriere übrigens als Blockflötistin begonnen, sich aber relativ bald auch mit der Barockoboe beschäftigt. Dabei war sie derart erfolgreich, dass der britische Dirigent Sir John Eliot Gardiner Löffler 2000 dazu einlud, die erste Oboe bei der Bach-Cantata „Pilgrimage“ zu spielen. „Ein sehr prägendes Erlebnis“, erinnert sie sich noch heute gut. In der Folge nahm sie das Engagement in Berlin an, wo Löffler bis heute glücklich ist. Ihren ersten offiziellen Auftritt in Neuburg hat sie ebenfalls schon absolviert: Am Freitagabend stellte Jacobs sie als Brunners Nachfolgerin vor – beim Biagio-Marini-Wettbewerb, den ihr Vorgänger einst ins Leben gerufen hatte (siehe Bericht auf Seite 13).