Oberhausen: Voller Hoffnung nach Wemding
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Oberhausen

Manfred Pettmesser vom Organisationsteam der Wallfahrt zeigte sich mit dem Ablauf voll zufrieden. "Das Wetter war traumhaft, wir hatten eine schöne Wallfahrt", erklärt der Oberhausener zur 42. Auflage der Pilgerreise, die immer an der Bertoldsheimer Staustufe beginnt. Dass diesmal etwas weniger Teilnehmer als in den Vorjahren dort warteten, störte Pettmesser und seine Kollegen nicht. Mit rund 500 Pilgern sowie etwa 80 Personen, die mit dem Auto nach Wemding kamen, sei er voll zufrieden.

Die Gründe für den leichten Schwund - in den vergangenen Jahren waren es oftmals bis zu 600 Wallfahrer - hatte Pettmesser rasch ausgemacht: Die letzten Ferientage und das verlängerte Wochenende hatten viele wohl für einen Ausflug genutzt. Gleichzeitig war die Teilnehmerzahl aus der Pfarreiengemeinschaft Urdonautal durch das am Sonntag stattfindende Pfarrfest in Rennertshofen wohl etwas niedriger, immerhin feierten dort rund 1000 Menschen im Festzelt (wir berichteten).

Doch zurück zur Wallfahrt: Die ersten Pilger begrüßte der Sinninger Pfarrer Serge Senzedi, zu dessen Seelsorgerbereich Oberhausen gehört, bereits am Sonntag um 1.45 Uhr bei Bertoldsheim. Von dort aus schickte der Geistliche die Wallfahrer nach einer Andacht auf den rund 40 Kilometer langen Weg. "Maria, Schutzfrau Bayerns" lautete das Motto der diesjährigen Pilgerreise, das an die Schätze der Heimat erinnern sollte. Eine ganz besondere Rolle spielten in den Gesängen und Gebeten heuer vier Personen: ein Familienvater, der an der unheilbaren Nervenerkrankung ALS leidet, ein Mann, dem der Verlust des Augenlichtes droht, ein Bub mit Knochenerkrankung sowie eine an Krebs erkrankte Frau. Die Organisatoren erinnerten in diesem Zusammenhang auch an das vergangene Jahr, als die Wallfahrer für einen schwer kranken Familienvater beteten. Dieser befindet sich demnach wieder auf dem Weg der Besserung, die Chancen auf ein normales Leben stehen gut.

In der Gemeinde Daiting, also kurz nach der Landkreisgrenze, gab es für die Pilger ein Frühstück. Von dort aus ging es weiter nach Fünfstetten, wo eine besondere Überraschung auf den Wallfahrertross wartete. Der frühere Eichstätter und Augsburger Bischof Walter Mixa, der einst in Fünfstetten gewohnt hat, empfing die Pilger mit den dortigen Ministranten und spendete ihnen den Segen.

Zahlreiche Pilger schlossen sich auch auf dem Weg dem Zug nach Wemding an. Im Wald vor Lommersheim, wo die zweite Rast eingeplant war, wurden die Teilnehmer gezählt und die der Wallfahrerbildchen wurden verteilt. Anschließend ging es auf die finale Etappe der Strecke in Richtung Basilika Maria Brünnlein in Wemding. Dort wartete am späten Vormittag der Wallfahrtsrektor Norbert Traub bereits mit den Oberhausener Ministranten. Später erinnerte der Geistliche im Festgottesdienst an das älteste überlieferte Mariengebet. Verfasst wurde es im Jahr 260, der Text lautet: "Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, oh heilige Gottesgebärerin". Auch heute gibt es Traub zufolge noch viele Gelegenheiten, um den Schutz Mariens zu erbitten.

Zum Schluss des Festgottesdienstes scharten sich viele Pilger um den Brunnen des Gnadenaltars. Das geweihte Wasser daraus, dem ähnlich wie dem Nass aus der Quelle im französischen Gnadenort Lourdes eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird, füllten einige der Wallfahrer in kleine Gefäße ab. Wie in Frankreich auch, ist dabei der Überlieferung zufolge nicht die Menge entscheidend, sondern der Glaube der Menschen.

Nach dem Mittagessen zelebrierte Pfarrer Traub noch eine Dankandacht, mit der die Oberhausener Wemding-Wallfahrt für dieses Jahr offiziell endete. Der Verlauf der Pilgertour verlief ohne größere Zwischenfälle, wie die Organisatoren mitteilten. Helfer der Oberhausener Feuerwehr und des Roten Kreuzes begleiteten den Tross.