Oberhausen: Glanzvolles Kirchenkonzert in St. Clemens
Wenig Platz, aber viel Ausdruck: der Oberhauser Chor Klangwellen (Bild rechts). Einen prima Arbeitsplatz hat wieder, wie auch Brigitte Pettmesser, der Hausorganist Christian Linden (links). - Fotos: J. Heumann
Oberhausen

Gleich vier Organisten waren aufgeboten, zwei Flötensolisten auch - in der Tat keine alltägliche Konzertbesetzung. Aber um das gerade nicht Alltägliche ging es ja auch, die praktisch neue Orgel als willkommener Anlass, Kräfte zu bündeln und zu einer Einheit zusammenzufügen, die wie geschaffen schien für den nicht allzu großen und trotz seiner weit divergierenden Baugeschichte schon überraschend harmonisch wirkenden Raum.

In ihrer jetzigen Größe erst ein Gebilde von 1910, hat die Kirche St. Clemens viel von ihrem maß- wie reizvollen Landbarock-Charme bewahrt, die Baumeister von 1910 haben da Vieles mit Augenmaß und ohne falsches Ego nachempfunden. 1910 auch war die Maerz-Orgel entstanden. Ein Jahrhundert später nagte doch der Zahn der Zeit dann an ihr, vor allem eine sogenannte Renovierung, als das Orgelgehäuse von dem Platz, wo es auch heute wieder steht, direkt an die Außenwand gerückt wurde, setzte Gerät wie Schrank kräftig zu. Die Orgel war nur mehr bedingt überhaupt spielbar oder, wie es Kirchenpfleger Roland Burgard gleich markiger sagt: Sie war zuletzt in einem desolaten Zustand.

Weshalb man sich letztlich zu einer Generalsanierung durchrang, wohl wissend, dass dies eine erhebliche Belastung für die Pfarrgemeinde wird. Der Spendierfreudigkeit neue Flügel zu verleihen, war so auch der nicht ganz selbstlose Zweitzweck des Konzerts, das zeigte, was heute wieder möglich wird, was zuvor nicht ging. Damit die Königin der Instrumente klingt, muss es an anderer Stelle aber klingeln.

84 000 Euro hat die Renovierung gekostet, gut 13 000 Euro gab es an Zuschüssen, hauptsächlich von der politischen Gemeinde, das Spendenbanner pendelt um 40 000. Roland Burgard verweist auf die 30 000 Euro, die der Deckung harren, Orgel-Paten in Oberhausen sind stets willkommen.

Ein kleines Defizit freilich ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn dies dann weitere solcher Konzerte zur Folge hat. Ist die Hauptaufgabe des von der Orgelbaufirma Weishaupt generalüberholten Instruments auch die Gesangsbegleitung beim Gottesdienst, können ihre Klangfarben durchaus auch konzertant bestehen. Gabriella Lay hebt gerade auch die sich gut in den Raum fügenden Gedecktpfeifen hervor, wie sie denn auch Christian Linden, einer der beiden Hausorganisten, bei einem Stück von Leon Boellmann wirkungsvoll zum Einsatz bringt.

Brigitte Pettmesser, ebenso Hausorganistin, erforscht gleichviel barocke (wie eigene) Qualitäten mit Johann Sebastian Bach. Alexander Großnick zeigt, dass er beileibe nicht nur in der Salonmusik zuhause ist und sich ebenso in den Dienst der sakral guten Sache stellt. Das Musikus-Ehepaar Irmgard und Klaus Hopp-Wiel ist derzeit sowieso auf einer richtigen Kreis-Tournee schon unterwegs.

Absolut professionell überzeugte Katharina Hofmann mit ihrem hochkonzertanten "Panis Angelicus" von Cesar Franck. Und ein echtes Juwel weiß Oberhausen überdies in eigenen Reihen mit dem mit viel Elan agierenden Chor Klangwellen.

Am Ende des einstündigen Konzertes gab es stehenden Applaus der Kirchenbesucher.