Neuburg: Wieder 2500 Unfälle im Landkreis
Das Unfallgeschehen im Landkreis hat sich leider kaum beruhigt. Allerdings mildern Sicherheitstechnik und Rettungswesen die Folgen schwerer Zusammenstöße, wie hier in Neuburg-Ost, in vielen Fällen ab. Arch - foto: r
Neuburg

Zuletzt bewegte sich die Zahl der Opfer von sechs (2010) über zehn (2011), acht (2012) und sechs (2013) auf zehn (2014). 2013 hatte Schrobenhausen fast sensationell die „Null“ gehalten.

Deutschlandweit ist die Zahl der Verkehrstoten 2015 voraussichtlich zum zweiten Mal in Folge leicht angestiegen. Nach Schätzungen der Fachverbände, die auf Daten bis September 2015 basieren, dürfte es 2015 etwa 3450 Verkehrstote gegeben haben. Das wäre eine Zunahme um über zwei Prozent gegenüber 2014 (3377).

Im Kreis Neuburg-Schrobenhausen entfielen 2015 je drei Verkehrsopfer auf die Bereiche der Polizeiinspektionen Neuburg und Schrobenhausen. Ein Zusammenstoß auf der B 16 bei Weichering im Februar kostete dem 18-jährigen Unfallverursacher und einer 33-jährigen Autofahrerin aus Burgheim das Leben.

Im Dezember starben eine 22-jährige Autofahrerin auf der B 300 bei Gachenbach (Scharnitz), in Neuburg eine 67-jährige Radfahrerin auf der Post-Kreuzung und ein zweieinhalbjähriger Bub bei einem Parkunfall direkt vor der Kinderkrippe in der Bürgermeister-Sing-Straße. Dessen tragischer Ablauf auf dem Parkplatz der Krippe erschütterte die Stadt Neuburg in besonderem Maße.

Diese beiden tödlichen Unfälle im Dezember „wären durch keinerlei Prävention vermeidbar gewesen“, findet Neuburgs Polizeichef Ludwig Walter. Einen ausgesprochenen Unfallschwerpunkt kann er im Inspektionsgebiet nicht erkennen. Seinem Kollegen Klaus Rewitzer bereitet die Kreuzung Mitterweg/B 300 noch einige Sorgen. Der Brennpunkt sei mit Tempobegrenzung und Warnzeichen entschärft worden. „Ob die gewünschte Wirkung erzielt wird, muss sich herausstellen“, sagt der Schrobenhausener Polizeichef. Ludwig Walter hat am 27. Januar seinen letzten Arbeitstag, Klaus Rewitzer bleibt noch länger im Dienst, „und zwar in Schrobenhausen“.

Bei einem Unfall mit eklatantem Sachschaden schob ein Tanklaster auf der B 16 zwischen Bruck und Maxweiler sechs Autos aufeinander. Der Fahrer hatten die wartenden Fahrzeuge vor einer Baustellenampel übersehen.

Mit über 400 aufgenommenen Vorfällen nehmen die Unfallfluchten im Landkreis nicht ab. Meistens handelt es sich um Parkschäden, nach denen die Verursacher einfach weiterfahren. Die Karambolagen, die nachweislich durch Alkoholeinfluss entstanden sind, haben in Neuburg auf knapp 40 zugenommen. „Dieser Anstieg gefällt uns gar nicht“, so Polizeihauptkommissar Walter.

Zusammen mit den Kommunalvertretern und Straßenbaubehörden analysiert die Polizei im zeitigen Frühjahr die Unfallbilanzen und überlegt bei Bedarf Verbesserungen an neuralgischen Stellen. Auf den beiden Bundesstraßen im Landkreis kracht es immer wieder – auch ein Tribut an die gestiegene Verkehrsdichte.

Er sei froh darüber, so der scheidende Neuburger Polizeichef, dass die Stadt jetzt endlich die Südparkanbindung mit Eternitweg und B 16 bauen wolle. Eine zweite Donaubrücke in Neuburg hält er schon lange für notwendig. Aber dieses Thema, so Ludwig Walter, „ist leider schon lange versäumt worden“.