Der Weihnachtsmarkt in Unterhausen mit seinen liebevoll dekorierten Holzbuden und dem reichhaltigen Angebot gilt bei Besuchern als kleiner Geheimtipp.
Der Weihnachtsmarkt in Unterhausen mit seinen liebevoll dekorierten Holzbuden und dem reichhaltigen Angebot gilt bei Besuchern als kleiner Geheimtipp.
Hammerl
Unterhausen

Die viele Arbeit der ehrenamtlichen Helfer wird belohnt. Die Besucher wissen das Ambiente mit den liebevoll dekorierten Holzbuden, der Bühne im Zentrum und den kleinen Nischen zum Hinsetzen zu schätzen. Insgesamt 33 Buden sind es, zwei Drittel davon mit weihnachtlichen Dekorationsartikel, Strickwaren, Handarbeiten, Wachsartikeln, Holzartikeln, Spielzeug und Schmuck, worauf Mitorganisatorin Annemarie Meilinger stolz ist - nicht überall schlägt das Verhältnis zum Essensangebot so deutlich zugunsten der Kunsthandwerker aus. Lediglich ein Drittel der Stände bieten Verpflegung an. Die geht immer. Ob nun die Großmutter zum Enkelkind sagt: "Jetzt suchen wir deine Mama, und dann gibt‘s eine Bratwurst", oder der Ehemann schon leicht ungeduldig seine Frau auffordert, doch nun endlich etwas essen zu gehen. Gleich zu Beginn geht der Ansturm auf die Steaksemmeln los, derweil haben es die Damen des Vereins am Suppenstand noch gemütlich. "Wenn es sie friert, dann wollen alle Suppe", weiß Gertrud Bärschdorf, daher hat sie keine Angst, auf Kürbis-, Kartoffel-, und Erbsensuppe sitzen zu bleiben. Die Sinninger Blaskapelle beweist Standvermögen und ein großes Repertoire an weihnachtlichen Liedern und stimmt Standleute wie Besucher musikalisch auf die Vorweihnachtszeit ein.

Unter den sieben neuen Ausstellern seien drei mit Holzarbeiten, erzählt Meilinger, was unter anderem an der erhöhten Bürokratie für Verpflegung und Textilien liege. "Bei Holz kann man nichts falsch machen", meint sie. Und Holzartikel kommen immer gut an. "Meine Unikate sind schon alle weg", freut sich Peter Brenner gut eine Stunde nach Marktbeginn.

Erstmals dabei ist die Caritas mit Elisabeth Stöckl vom Secondhand-Shop und Eckehard Schmelzer vom Zuverdienstprojekt Spatenstich. Während sie den Unterhausener Weihnachtsmarkt bereits als Besucherin kannte, hat der Abend für Schmelzer den Zauber des Neuen. "Es ist toll hier, der Markt hat eine besondere Stimmung", findet er, "alles ist mit viel Liebe dekoriert und es geht entspannt zu - fernab von Kommerz".

Die meisten Aussteller kommen aus dem Ort oder der näheren Umgebung und bieten überwiegend Selbstgemachtes an. Teilweise eine Ausnahme bildet der Stand von Meilinger und Doris Steger, deren Buchobjekte die Aufmerksamkeit von Paul Formatschek aus Neuburg erregen. "Hat das nur einen dekorativen Zweck oder auch einen praktischen Nutzen?, fragt er und zeigt auf die kunstvollen Faltwerke. "Man kann ja probieren, darin zu lesen", schlägt Meilinger lachend vor. Steger kommt es beim Basteln nicht auf den Inhalt eines Buches an, sondern allein darauf, ob es die richtige Seitenzahl aufweist und sich das Papier gut falten lässt. "Man kann nicht jedes Buch verwenden", verrät sie, "Bücher mit Bildern sind schlecht, aber Krimis sind schon dabei". Neben Meilingers Perlenschmuck und Stegers Buchobjekten gibt es hier auch große, prachtvolle Papiersterne aus Indien, die für ein soziales Projekt importiert werden.

Am Sonntag spielt die Oberhausener Blaskapelle, die Rennertshofener Flammentänzer faszinieren mit ihrer Show "Wintermärchen". Den Erlös wird der Weihnachtsmarktverein wie gewohnt für einen sozialen Zweck spenden.