Neuburg: Vorbereitung für Sonderausstellung geht in heiße Phase
Beeindruckender Raum: Der Rittersaal im Schloss wird Teil der Ausstellung sein. - Foto: Janda
Neuburg

Neuburg (DK) Diesen Sommer wird Pfalzgraf Ottheinrich das Neuburger Volk viele Male zum evangelischen Glauben bekehren. Und mindestens ebenso oft wird Wolfgang Wilhelm, einer seiner Nachfolger, das Fürstentum zurück in den katholischen Schoß führen. Zumindest in der geplanten Sonderausstellung "Fürstenmacht und wahrer Glaube", deren Vorbereitungen dieser Tage in die heiße Phase gehen.

Reformation und Gegenreformation stellen in der Historie der heutigen Kreisstadt eines der spannendsten Kapitel überhaupt dar. Was wäre also naheliegender, als die beiden bedeutenden Glaubensprozesse aus den Jahren 1542 und 1617 in den Mittelpunkt einer Schau zu stellen. Bereits Monate vor der Eröffnung am 15. Juli bewerben die Neuburger Stadtväter das ambitionierte Projekt, das Schlossmuseum samt Kapelle, Fürstengang und Hofkirche verbinden soll, als "kleine Landesausstellung". Ein Prädikat, das die Schau in den Augen von Eva Gerum vom zuständigen Ausstellungsbüro durchaus verdient. "Dass wir neben der Reformation auch die Gegenreformation hatten, ist ein Neuburger Alleinstellungsmerkmal", erklärt sie zum Neuburger Vorhaben, mit dem die Verantwortlichen rund um Kurator Michael Teichmann die Besucherzahl vom Vorjahr übertrumpfen wollen. Damals kamen zur Ausstellung "Kunst und Glaube" rund 20 000 Menschen.

Diese Planungen nehmen schon bald konkrete Gestalt an, wie Gerum erklärt. Voraussichtlich kommende Woche soll der erste Rundbrief per E-Mail zu "Fürstenmacht und wahrer Glaube" erscheinen, die offizielle Internetseite der Schau steht bereits im Internet. Und auch einen unübersehbaren Hinweis wird es bald geben: ein großes Banner, das am Fürstengang Werbung für die Ausstellung machen und gleichzeitig das Innere vor Sonneneinstrahlung schützen soll.

Dort sind die Handwerker bereits dabei, die Räume für die Ausstellungsgegenstände herzurichten. Rund 150 Exponate kündigt Gerum in insgesamt zwölf Themenbereichen an, den Auftakt stellt mit der Schlosskapelle der älteste evangelische Kirchenraum der Welt dar, das Finale bildet die Hofkirche, einst als protestantisches Gotteshaus konzipiert. Dazwischen sollen unter anderem der Reichsapfel von Friedrich V. sowie eine neu eingerichtete Schatzkammer der Hofkirche die Konfessionswechsel im 16. und 17. Jahrhundert dokumentieren. Sämtliche Ausstellungsstücke sind Gerum zufolge bereits gesichert, 30 Leihgeber unterstützen die Schau.

Dazu kommt die Stadt selbst, die mit zahlreichen Partnern ein üppiges Jubiläumsprogramm auf die Beine gestellt hat - zusätzlich zum Schlossfest. "Die Vorbereitung läuft, es sieht gut aus", stellt Kathrin Jacobs zufrieden fest. Die Leiterin des Neuburger Kulturamts betont aber, dass die heiße Phase der Werbung erst unmittelbar vor der Eröffnung der Ausstellung anlaufen wird. Dann soll auch der Großteil der 5000 Programmprospekte an Kulturinteressierte verschickt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das noch zu früh, erklärt sie.

Bis dahin soll hinter den Kulissen noch viel passieren - allen voran die wichtige Öffnung der Pforte zwischen Fürstengang und Rittersaal, die einst den Neuburger Regenten den Weg vom Schloss in die Hofkirche ermöglichte. Voraussichtlich im Laufe des Mai ist mit diesem bedeutenden Ereignis zu rechnen.