Neuburg: Lanzl-Comeback beim Volksfest
Auch Georg Lanzl ist wieder mit von der Partie, wenn der Stadtrat das Neuburger Volksfest an das Unternehmen aus Schrobenhausen vergibt. Im Bild hat er nicht etwa schlecht angezapft, er versucht nur den Bierfluss nach einem misslungenen Prominenten-Anstich zu stoppen. - Foto: r
Neuburg

Es handelt sich erneut um Drei-Jahres-Verträge für alle Beteiligten. Im Wirtebereich gibt es jeweils nur einen Bewerber. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass es ein Super-Volksfest wird", bekräftigt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Er freue sich auf das Comeback der Firma Lanzl und auf gemeinsame Anstrengungen, die Neuburger Wiesn wieder zu einem Magneten zu machen. Als Neuheit ist die Verlegung des Sèter Weinfestes ins Volksfest zu sehen. Am zweiten Samstag soll es im Bierzelt Weine und einige französische Spezialitäten geben. Ferner sollen ein Volksfestabend für Ehrenamtliche sowie ein Discoabend für jugendliche Besucher organisiert werden.

An attraktiven Fahrgeschäften bestehe kein Mangel. Für den "Wellenflug" der Firma Stranninger könne man gleichwertigen Ersatz verpflichten, außerdem solle zum 75. Volksfest unbedingt wieder ein Riesenrad nach Neuburg kommen.

Nach Lage der Dinge kommt auch der Soldatenabend mit dem Wettbewerb zwischen Schützen und Jagdgeschwader zurück. "Wir würden ihn gerne wieder machen", sagt Michaela Kemper, Geschäftsführerin der Lanzl Gastronomie GmbH. Man freue sich sehr, wenn der Neuburger Stadtrat ihrem Unternehmen den Zuschlag erteilen würde: "Es ist ein bisschen, wie nach Hause zu kommen." Es gibt langjährige Verbindungen nach Neuburg. 2018 stünde dann das 50. Volksfest der Familie Lanzl in der Stadt an.

Für die Festwirtin steht allerdings außer Frage, dass das Volksfest dringend Neuerungen und Verbesserungen benötigt, um Resonanz und Umsätze zu erzielen. Michaela Kemper: "Wir sind daran interessiert, zusammen mit der Stadt das Fest wieder aufzubauen." Dass mit Julius die einzige verbliebene Brauerei der Stadt das Bier liefere, "ist klar".

Auf den Weißbiergarten wirft die Firma Lanzl kein Auge, den überlasse man gerne den Kooperationspartnern. Im Festzelt werde kein Weizen ausgeschenkt, höchstens an einem Weißbierstand im Freibereich. Ein Verbot, Bratfisch und anderes Essen ins Bierzelt mitzubringen, sei kein Thema: "Wir wollen unsere Gäste doch nicht verärgern".

In der Tat hatten die Stadträte im Finanzausschuss ein solches Verbot mit 7:5 Stimmen beschlossen. Oberbürgermeister Gmehling hat es im Alleingang wieder aufgehoben. Das Verbot war eine der Forderungen des bisherigen Festwirts Jochen Mörz gewesen. Er wollte auch keine Ausschreibung, sondern freie Vergabe.

Auch deshalb habe man sich nach vier Jahren in Neuburg nicht mehr beworben, sagt Tochter Nadine Mörz. Man gehe keineswegs im Streit auseinander, "aber das Neuburger Volksfest hat sich einfach nicht mehr gerechnet". Die Mörz Festzelt GmbH habe "alles probiert", aber die Jugend habe fast komplett gefehlt und auf dem Platz sei insgesamt zu viel Essen angeboten worden. Auch das Platzgeld sei im Vergleich ähnlicher Feste "ziemlich hoch". Die Neuburger Lücke im Terminkalender füllt die Mörz GmbH mit links: Soeben ist die Mannschaft nach sechs Wochen von zwei "Oktoberfesten" in Paris und Marseille zurückgekehrt.