Neuburg: "Zu viele Autos, nicht zu wenige Parkplätze"
Am runden Tisch im Bürgerhaus konnten sich die Anwohner im Ostend mal richtig den Frust von der Seele reden, was die Parksituation angeht. - Foto: Hajduczek
Neuburg

Zuvor hatten rund 50 Stadtteilbewohner berichtet, wo der Schuh drückt und welche Lösungsvorschläge sie hätten.

Die nicht zufriedenstellende Parksituation im bevölkerungsstarken Ostend ist seit vielen Jahren immer wieder Thema. Zuletzt kamen immer mehr Beschwerden sowohl von den Anwohnern als auch von ansässigen Unternehmern beim Stadtteilmanagement an. Da zu deren Aufgaben die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Anwohnern sowie deren Zusammenführung, die Aktivierung der Stadtteilbewohner sowie die Steigerung der Lebensqualität gehören, wurde gemeinsam mit dem Verkehrsreferenten dieser Bürgerbeteiligungsprozess eingeleitet. In dessen ersten Schritt wurden stadtteilansässige Unternehmen, Hausverwaltungen und Einrichtungen eingeladen. Nun im zweiten Schritt also die Stadtteilbewohner. Die beiden Stadtteilmanager Jürgen Stickel und Marek Hajduczek agierten hierbei als neutrale Moderatoren. Im nächsten Schritt wird die Stadtverwaltung und kommunale Politik mit ins Boot geholt. Ziel ist es, gemeinsam ein Gesamtkonzept für die Verbesserung der Parksituation im Stadtteil Ostend zu erstellen.

Und wo drückt der Schuh? Sowohl die Unternehmer und Einrichtungen als auch die Anwohner nannten letztendlich die selben problematischen Straßen: Beskidenring, Breslauer, Danziger, Franz-Hoffmann-, Königsberger, Ostend-, Schlesier, Stettiner und Sudetenland-Straße.

Das Hauptproblem ist, dass es zum einen mehrere Fahrzeuge pro Haushalt gibt und zum anderen, dass die Stellplatzverordnung zum Zeitpunkt der Entstehung der Wohnanlagen nicht die Mindestanzahl von Stellplätzen verlangte wie heutzutage. In jüngster Vergangenheit entstanden zwar einige Stellplätze, es fielen aber auch der eine oder andere aufgrund von Feuerwehrzufahrten oder Wendeplatz für Müllfahrzeuge weg. Baustellen wie aktuell in der Schlesier Straße verschärfen die Situation. "Kurzum, es gibt zu wenig Parkplätze im Vergleich zu Wohneinheiten", so die Bilanz der Stadtteilmanager. Oder wie ein Anwohner meinte: "Zu viele Autos und nicht zu wenig Parkplätze."

Die Lösungsvorschläge aus der Bevölkerung reichen vom Parkhaus über Tiefgaragen bis hin zur Parkplatzschaffung in den Wohnanlagen. Eine Absage musste das Stadtteilmanagement dem Vorschlag "Öffnung des Volksfestplatzes" erteilen. "Der Volksfestplatz dient für Groß und Klein als attraktive Freizeit- und Erholungsfläche. Der Umbau wurde durch das Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt gefördert. Eine Nutzung als Parkplatz hätte eine Rückzahlung der Fördergelder zur Folge", erklärte Stickel.

Er und Hajduczek sind sich einig: "Die gesamte Problematik kann zwar nicht gelöst werden, doch - gemeinsam mit den Stadtteilbewohnern, stadtteilansässigen Unternehmen und Einrichtungen sowie der Verwaltung und kommunalen Politik - können wir mit einer Bürgerbeteiligung wichtige Impulse für eine Verbesserung der Parksituation schaffen." Weiter geht es im neuen Jahr. Dann sollen sich alle an einen Tisch setzen und über die Verbesserungsvorschläge beraten.