Das Mammutprojekt: Die Donauquerung bei Bertoldsheim hat so gut wie ausgedient. Westlich des bestehenden Bauwerks soll ab dem kommenden Jahr eine neue Brücke entstehen.
Das Mammutprojekt: Die Donauquerung bei Bertoldsheim hat so gut wie ausgedient. Westlich des bestehenden Bauwerks soll ab dem kommenden Jahr eine neue Brücke entstehen. Kostenpunkt: mehr als elf Millionen Euro.
Janda
Neuburg

1. Brückensanierung in Schrobenhausen

Ohne Sanierung geht hier bald gar nichts mehr: In Schrobenhausen muss der Landkreis in den nächsten Monaten zwei in die Jahre gekommene Brücken erneuern. Auf beiden verläuft die Kreisstraße ND 7 zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Mühlried. Die beiden Bauwerke überqueren sowohl die Paar als auch den sogenannten Rollgraben. Die Planung des Projekts ist laut Tiefbauamtschef Markus Laumer bereits im Vorjahr abgeschlossen worden, in diesem Jahr soll die komplette Maßnahme über die Bühne gehen. Dafür eingeplant sind rund 550 000 Euro. Das Geld fließt jedoch nicht nur in die beiden Brücken, sondern auch in eine neue Asphaltdecke, die auf knapp einem Kilometer vom Bridgnorth-Kreisel bis nach Mühlried verlaufen soll. Voraussichtlicher Baustart ist im Laufe des Sommers.
 

2. Zwei neue Querungen 

Die Kreisstraße ND 12 ist sicherlich eine der brückenreichsten Fahrbahnen im kompletten Kreisgebiet. Zwischen ihrem Beginn beim Ehekirchener Ortsteil Haselbach und ihrem Ende südöstlich von Klingsmoos (Gemeinde Königsmoos) verläuft sie über neun Gewässer. Beim Großteil davon handelt es sich um schnurgerade verlaufende Donaumoos-Kanäle, darunter der Allerbach und der Schoatgraben. Das Problem: Über beide verlaufen zwei Brücken, die wohl zu den ältesten im gesamten Kreisgebiet zählen. „Sie stammen zum Teil noch aus den 1930er-Jahren“, vermutet Markus Laumer. Die Folge sind massive Verschleißerscheinungen und Schäden, die eine Sanierung schlichtweg unmöglich machen. Laut Willi Riß, Abteilungsleiter am Landratsamt, ist nicht mal mehr feststellbar, wie die beiden Bauwerke genau gebaut und für welche Lasten sie ausgelegt sind. Voraussichtlich diesen Sommer sollen die beiden Brücken daher durch Neubauten ersetzt werden. Rund eine Million Euro und ein halbes Jahr Bauzeit samt Vollsperrung sind eingeplant.
 

3. Neuer Durchlass und unklarer Zuschusss

Zwischen den beiden Königsmooser Ortsteilen Obermaxfeld und Untermaxfeld müssen Autofahrer auf der Kreisstraße ND 14 eine arge Buckelpiste in Kauf nehmen. Das soll sich heuer ändern. Unklar ist bislang aber noch, welche Fördermittel für die geplante Tragschichtverstärkung fließen. Denn die Ursache der Schäden sind wohl vor allem die Moorsetzungen im Untergrund. Ein klarer Fall ist unterdessen die Erneuerung eines Durchlasses für den Obergrasheimer Graben, die jetzige Konstruktion ist stark verrostet und bereits auf Fahrzeuge mit maximal 16 Tonnen Gewicht beschränkt. Insgesamt sind für die beiden Maßnahmen für die ND 14 eine Million Euro vorgesehen. Die nächste Baustelle an der Kreisstraße ist jedoch schon in Planung, voraussichtlich 2020 soll eine neue Brücke über den Neuen Mooskanal zwischen Obergrasheim und Siefhofen (Gemeinde Berg im Gau) entstehen. 
 

4. Radweg im Burgheimerland

Rund 1,3 Millionen Euro wird ein neuer Radweg entlang der Kreisstraße ND 16 kosten. Er soll an den vorhandenen Weg von Burgheim nach Ortlfing anschließen und auch die Ortsteile Biding, Längloh und Dezenacker an den Kernort anschließen. Ingesamt geht es um eine Länge von rund vier Kilometern. Der Großteil der Arbeiten soll noch heuer erfolgen, die Fertigstellung ist jedoch erst im kommenden Jahr möglich. Neben satten Fördermitteln muss die Marktgemeinde rund 400 000 Euro bezahlen, der Anteil des Landkreises liegt bei 120 000 Euro.
 

5. Ortsdurchfahrt in Unterhausen

Das insgesamt rund 2,3 Millionen Euro teure Mammutprojekt steht vor dem Abschluss. Nachdem die Arbeiter im vergangenen Jahr den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Unterhausen bereits zum Teil umgesetzt haben, folgt nun der Rest. Zu der Maßnahme gehört auch ein durchgehender Gehweg sowie ein kombinierter Geh- und Radweg. Außerdem auf der Agenda: eine neue Deckschicht zwischen dem Ortsteil und der Oberhausener Kerngemeinde. Von den Gesamtkosten muss der Landkreis lediglich 800 000 Euro selbst bezahlen. Der Rest kommt aus den Kassen der Gemeinde und aus Fördertöpfen. In welcher Höhe die Bürger, die für den reinen Gehweg mitzahlen sollten, zur Kasse gebeten werden, ist indes offen. Nach einer Ansage des bayerischen Innenministeriums darf die Gemeinde vorerst keine Beitragsbescheide mehr rausschicken.
 

6. Weitere Projekte

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit: Neben den laufenden Baustellen im Landkreis planen die Fachleute des Landratsamts bereits heuer zahlreiche Maßnahmen für die kommenden Jahre. Darüber hinaus sind einige Restarbeiten vorgesehen, unter anderem beim Vollausbau der Ortsdurchfahrt in Gachenbach und bei der neuen Brücke in Rosing. Für die Verbreiterung der Anschlussrampen an der B 16 bei Weichering sind zudem noch Restkosten fällig.

 

Das Großprojekt

Der Investitionsschwerpunkt des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen liegt heuer zwar ganz klar im Hochbau. Doch trotz der teuren Schulbauprojekte – allen voran der Neubau der Paul-Winter-Realschule mit rund 35,5 Millionen Euro – verschlingen auch die Straßen der Region viel Geld. Rund sechs Millionen Euro sind allein im diesjährigen Haushalt für die Asphaltpisten eingeplant. Ein wesentlicher Teil dieser Summe fließt allerdings in die Planung der Großbaustellen der kommenden Jahre – allen voran in die Details für die Donaubrücke bei Bertoldsheim. Wie berichtet, soll zwischen dem Rennertshofener Ortsteil und dem Markt Burgheim für mindestens elf Millionen Euro ein Neubau entstehen. Und zwar gleich neben dem vorhandenen Bauwerk, dessen Straßenaufbau sich als nicht mehr sanierbar erwiesen hat – deshalb gilt dort mittlerweile Tempo 30. Lediglich ein Geh- und Radweg soll noch über die alte Querung verlaufen, allerdings schmäler als die jetzige Straße. „Derzeit läuft die Arbeit an den Planfeststellungsunterlagen“, erklärt Markus Laumer, der im Landratsamt das Sachgebiet für Hoch- und Tiefbau leitet. In den nächsten Wochen sollen seinen Worten zufolge außerdem neben der bestehenden Brücke Bohrungen stattfinden, um den Untergrund zu untersuchen. Der eigentliche Bau ist für die kommenden beiden Jahre vorgesehen. Die künftige Querung soll einer acht Meter breiten Fahrbahn Platz bieten.