Neuburg: Kommt der Einbahnring in den Sommerferien?
Der Stau in der Luitpoldstraße soll sich mit einer Ringlösung erübrigen. Allerdings darf dann hier nur noch stadteinwärts gefahren werden. Es gibt etliche Befürworter eines Testlaufs in diesem Jahr. Darüber soll der Stadtrat befinden. - Foto: r
Neuburg

Neuburg (r) Fahren die Neuburger bald im Kreis herum? Der Stadtrat soll demnächst über den Probelauf eines "Einbahnrings" in der Innenstadt entscheiden. Der Arbeitskreis Verkehr will einen entsprechenden Vorschlag vorlegen. Damit greift er eine Initiative auf, die bereits im Jahr 2000 gescheitert ist.

Der Einbahnring soll den Verkehrsfluss in der Stadtmitte verbessern. Wer über die Donaubrücke in die Stadt fährt, kommt über die Luitpoldstraße nur in einer Richtung weiter. Sie führt über die Rohrkreuzung, Münchener Straße, Oswaldplatz, Hirschenstraße zur Grünauer Straße und dann über den Donaukai wieder zurück. Ampeln soll es nur für Fußgänger geben, Radfahrer erhalten einen eigenen Streifen.

Verkehrsreferent Bernhard Pfahler (Freie Wähler) hält den Versuch für lohnenswert. Es habe mehrfach Fragen und Anregungen von Bürgern gegeben, "wir nehmen das Thema auf jeden Fall Ernst". Sein Arbeitskreis habe Ämter und Beteiligte in mehreren Anhörungen befragt. Rettungsinstitutionen und Busunternehmer sehen die Sache skeptisch. Zwei Straßen müssten noch vermessen und die Beschilderung geklärt werden. Man höre jetzt noch die Geschäftswelt an und werde dann den Stadtrat entscheiden lassen, so Bernhard Pfahler. Persönlich stehe er dem Einbahnkonzept "offen und neutral" gegenüber.

Im Gespräch ist ein Versuch gegen Ende der Sommerferien mit anschließendem Vollbetrieb. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling hält wenig von dem "Ring". Er enthalte zu viele Unwägbarkeiten, lange Umwege und Probleme für die Rettungsfahrzeuge. "Für mich kommt die Einbahnlösung nicht infrage", so der Oberbürgermeister. Sein Ziel bleibe eine Ostumfahrung mit zweiter Donaubrücke. Etliche Kollegen aus der CSU-Fraktion wollen es zumindest einmal ausprobieren. "Nach einer Testphase wissen wir Bescheid, ob es funktioniert oder nicht", sagt Stadtrat Peter Segeth, Mitglied des Arbeitskreises Verkehr. "Ich bin nicht begeistert", meint Grünen-Stadtrat Theo Walter, "aber ein Versuch würde Klarheit bringen."

Im Jahr 2000 wollte eine Bürgerinitiative mit dem Namen "Das bessere Verkehrskonzept" den Einbahnring mit einem Bürgerentscheid durchbringen. Dazu hatte man 1800 Unterschriften gesammelt. Es gingen aber nur 26 Prozent der Neuburger zur Abstimmung, die Initiatoren verfehlten das "Quorum". Statt der erforderlichen 4071 Ja-Stimmen gab es nur 2052 Befürworter. Der damalige Verkehrsreferent Heinz Enghuber (CSU) hatte sich massiv gegen die Ringlösung gestemmt, Unternehmer Manfred Hoffmann war als prominenter Befürworter aufgetreten.

In den vergangenen 17 Jahren hat der Verkehr deutlich zugenommen, ohne dass neue Wege oder Lösungen gefunden worden wären.