Neuburg: Mit "Tempo" zur zweiten Brücke
Die Elisenbrücke in Neuburg mit 26 000 Kraftfahrzeugen täglich steht im Mittelpunkt eines neuen Verkehrsgutachtens. Für einen zweiten Donauübergang benötigt die Stadt umfangreiche Analysen. Dazu wird demnächst auch eine Befragung der Verkehrsteilnehmer fällig. - Foto: r
Neuburg

Vor allem die Befragung wird kilometerlange Staus und Zeitverlust verursachen. Das war auch im Juni 2012 so gewesen, als es die Firma Brenner Plan (Stuttgart) genau wissen wollte, wohin Wege der Autofahrer in Neuburg führen. Das fünf Jahre alte Verkehrsgutachten wird aber im Genehmigungsverfahren für eine zweite Donaubrücke von den Regierungsbehörden nicht mehr anerkannt. Eine neue Analyse muss her, der Stadtrat hat damit wieder Brenner Plan beauftragt. Die Verkehrszählung und Befragung der Kraftfahrer wird voraussichtlich wieder mit Hilfe von Schülern stattfinden.

Brenner Plan solle auch die Variante eines Einbahnringes mituntersuchen. "Das Ringthema ist nicht aus der Welt, wir wollen mehr Erkenntnisse dazu", sagt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling.

Dieses weitere Verkehrsgutachten wäre das vierte seit den 80er-Jahren. Die Stadtpolitik hat sich jeweils Analysen und Vorschläge vorlegen lassen, doch eine Stadtumfahrung oder andere Alternativen für den Durchgangsverkehr sind nicht gebaut worden. Die letzte wirklich wichtige Entlastungsstraße ist 1981 mit der Südumgehung eröffnet worden. Auch damals hatte es Proteste von Naturschutzvertretern gegeben. Heute ist ein Verkehrsfluss in Neuburg ohne die Südumgehung nicht vorstellbar.

Wenn es nach Oberbürgermeister Bernhard Gmehling geht, dann steuert die Stadt mit Tempo eine zweite Brücke im Zug einer Ostumfahrung an. Aber jeder einzelne Schritt dauert und dauert. So liegt das sogenannte faunistische Gutachten des Büros Flora&Fauna aus Regensburg wegen Erkrankung des Biologen erst Ende nächster Woche vor.

Die Arbeit bildet die Grundlage für spezielle Betrachtungen. "2018 ist für die große artenschutzrechtliche Untersuchung reserviert", so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, und er hofft, dass Feldhamster, Feuersalamander und andere seltene Tierarten nicht schon im Anfangsstadium zu unüberwindlichen Hindernissen werden. Nach einer ersten Einschätzung ist das in Neuburg-Ost nicht der Fall.

Parallel zur Bio-Betrachtung vergibt die Stadt die Detailplanung der Osttrasse an ein Ingenieurbüro. Zudem soll der Stadtrat noch heuer einen rechtskundigen Projektbetreuer beauftragen. Ein Versäumnis will man sich wegen eines möglichen Rechtsstreites nach dem Planfeststellungsverfahren auf keinen Fall leisten. Ein grüner Landtagsabgeordneter hat bereits angekündigt, dass die Neuburger Ostbrücke "eigentlich ein Fall für den Europäischen Gerichtshof wäre".