Neuburg: Stadtwerke-Verluste "erschüttern" den Oberbürgermeister
Das Neuburger Parkbad ist beliebt, gleich ob Freibecken oder Kleinkinderbereich (Bild). Betreiber Stadtwerke muss allerdings jedes Jahr über zwei Millionen Euro Defizit ausgleichen. - Foto: r
Neuburg

Die Umwandlung des Kommunalbetriebes von einem reinen Stromverkäufer in einen Erzeuger und Wärmelieferanten geht ins Geld. Das Eigenkapital ist um weitere zwei Millionen Euro abgeschmolzen, 6,4 Millionen Euro an Darlehen sind aufgenommen worden.

Erschreckend niedrig fallen 2016 die Erlöse beim Stromverkauf (201 000 Euro) und beim Erdgas (128 000 Euro) aus. Neben den sinkenden Margen sind Rückzahlungen für erhaltenes Netzentgelt und deutlich höhere Personalkosten die Ursache. Im Gassektor stiegen die Personalkosten um 33 Prozent (250 000 Euro), beim Strom um 27 Prozent (456 000). Das seien bedenklich massive Anstiege, so SPD-Stadtrat Ralph Bartoschek. Stadtwerkechef Richard Kuttenreich verwies auf den Umbau von Netz und Vertrieb: "Der Strukturumbau ist notwendig, um die Stadtwerke zukunftsfähig zu gestalten."

Der Personalstand von derzeit 147 Stellen werde nicht mehr erhöht. Darunter befinden sich Teilzeitbeschäftigte und 14 Auszubildende. "2018 kommen keine neuen Stellen, das ist sicher", so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Eine Prognose für die nächsten Jahre wollte Wirtschaftsprüfer Christian Baumann zumindest in öffentlicher Sitzung nicht abgeben. Dem Abschluss 2016 erteilte er "uneingeschränkt den Bestätigungsvermerk."

Nichtöffentlich hatte es im Werkausschuss bereits einzelne Überlegungen zur etwaigen Schließung des Hallenbades gegeben. Für die überwiegende Mehrheit der Stadtpolitik ist das allerdings kein Thema. Im Gegenteil: Das Parkbad soll 2018 modernisiert und der freie Platz mit einem dreistöckigen Parkhaus bebaut werden.

Den Aufwendungen von 47,5 Millionen Euro stehen Erträge von 45,3 Millionen gegenüber. Beim Verkauf von Strom, Gas, Wasser (175 000 Euro) und Nahwärme (268 000 Euro) erzielte der Betrieb Gewinne, für Busse und Tiefgaragen legt man 698 000 Euro drauf, bei den Bädern 2,3 Millionen.