Neuburg: Plädoyer zum Stromsparen
Diskussionsrunde zu Energiefragen: Die Jungen Freien Wähler in Neuburg. - Foto: Hammerl
Neuburg
Die stellvertretende Bezirksvorsitzende Melanie Hack war aus Mittelfranken angereist. Nachdem Thorsten Glauber, jugend- und energiepolitischer Sprecher der FW-Landtagsfraktion, und Gottfried Obermair, Umweltreferent der FW-Landtagsfraktion, ihre Referate gehalten hatten, nutzten die Jungen Freien Wähler die Gelegenheit, mit den Referenten, mit Landtagskandidat Peter von der Grün und dem Bayerischen FW-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Christian Hanika, zugleich Landesvorsitzender der JFW Bayern, über verschiedene Themen der Politik zu diskutieren – mit Schwerpunkt auf dem Thema Energie(wende). Als wichtigste Ziele der FW-Energiepolitik, die von den JFW mitgetragen werde, fasste Christoph Kalkowski, FW-Bundestagsdirektkandidat für Ingolstadt, Kreisvorsitzender der JFW Oberbayern-Nord und Organisator der Veranstaltung, zusammen: dezentrale Energieversorgung forcieren, den Netzausbau vorantreiben und ein einheitliches Energieministerium statt wie derzeit Kompetenzsplittung zwischen drei Ministerien, die sich nicht einig würden. Keine Region dürfe bei der Frage nach Endlagerstätten für Atommüll ausgeklammert werden und vor allem müssten die Bürger mitgenommen werden, dann sei mit deren Hilfe die Energiewende viel schneller und leichter zu schaffen. Der öffentliche Nahverkehr war ebenso Diskussionsthema wie Lobbyismus, Werbung für Energiefresser oder Fracking – das abgelehnt wird, weil es noch zu wenig erforscht und nach derzeitigem Stand eine riskante Technologie sei. Was es mit dem von den FW geforderten kommunalen Energieausweis auf sich hat, erklärte Hanika.

Zuvor hatte Glauber betont, wie wichtig es sei, dass sich junge Menschen für Politik engagierten, und den Chamern zur Neugründung gratuliert. „Seehofer konterkariert die eigenen Pläne zur Energiewende“, kritisierte er den Ministerpräsidenten. Er forderte eine Verteilnetzstudie, einen Masterplan zur Energiewende, das bereits erwähnte Energieministerium und ein Programm über 60 Millionen Euro, die unter anderem für die energetische Sanierung kommunaler Gebäude verwendet werden sollten – schließlich hätten die Vorbildcharakter. An dieser Frage sei letztlich die Mitarbeit in der Energiekommission der Regierung gescheitert, die FW zogen sich zurück, nachdem ihre zunächst von den anderen mitgetragenen Anträge gescheitert waren.

Obermair hielt ein flammendes, teils auch amüsantes, auf jeden Fall nicht langweiliges Plädoyer zum Energiesparen und zeigte anhand zahlreicher lebensnaher Beispiele auf, dass Energie in Zukunft kaum mehr bezahlbar sei. Derzeit müsse ein Haushalt mit mindestens 5000 Euro für Heizung (2400 Euro), Benzin (2000 bei einer Fahrleistung von 14 000 Kilometern und acht Liter Verbrauch) und Strom (1000) rechnen. „Da wird bald eine 7000 oder 8000 stehen“ prophezeite er, „die müsst ihr erst mal netto verdienen“. Er ging Vor- und Nachteile verschiedener alternativer Energien durch und kam wie Glauber zu dem Schluss, dass das Verhalten der Regierung deren eigenen Plänen widerspreche. „Uns fehlt ein Masterplan“, bilanzierte er. Zwei Jahre nach Fukushima habe das Interesse an alternativen Energien und dem Atomausstieg stark nachgelassen.