Neuburg: Musikalische Poesie
Pianist Wolfert Brederode (oben, vorne) kommt mit Band. Am Samstag spielt Martin Wind mit Duopartner Philip Cathrine. - Foto: Birdland Archiv
Neuburg
  •  Freitag: "Melodiös. Lyrisch. Voller Poesie. Die Schönheit der Musik des Pianisten Wolfert Brederode braucht aufmerksame Hörer, um sich entfalten zu können", werben die Veranstalter. Die öffentliche Wahrnehmung des Niederländers freilich erinnert ein wenig an Rainer Brüninghaus: Auch so ein Pianist, der - trotz jahrelangen Engagements bei Eberhard Weber und Jan Garbarek - in Fachkreisen nicht so bekannt ist, wie er eigentlich sein sollte. Dabei liefert Brederode - ob im Trio oder im Quartett - ein begeisterndes Konzert nach dem anderen ab, garniert mit hymnischen Kritiken, ganz zu schweigen von seinen jüngstem Trioalbum "Black Ice", das als Meisterwerk einer neuen Form des zeitgenössischen, interaktiven Jazz gilt. Das Geheimnis dieser Formation liegt in ihrem delikaten und enorm differenzierten Rubato-Spiel sowie einer federleichten Attitüde, bei der kein Ton angestrengt wirkt. Mitunter scheinen die Klänge fast beiläufig ihrer Wege zu gehen, bevor Brederode zarte Akzente setzt. Drummer Jasper van Hulten gilt als ein Meister der subtilen Künste und Gullo Gudmundsson am Bass trägt nicht nur die Musik. Mit Songtiteln, die die Gefühle der Hörer beschreiben, beweist der 43-Jährige zudem eine gute Portion Humor. "Ein akustisches Fest der Sinne und ein Eintauchen in fremde und doch irgendwie bekannte Klangwelten", frohlocken die Organisatoren.

 

  •  Samstag: Intimer kann es in einem Duo kaum zugehen: Zehn Saiten im inneren Einklang, nur aufeinander fixiert. Dazu zwei Ohrenpaare, die jedes Geräusch in ihrer unmittelbaren Umgebung absorbieren, jede Gefühlsregung des Anderen aufnehmen und in ihr eigenes Spiel integrieren. Wenn die dazugehörigen Finger dann noch zwei Ausnahmekönnern wie Philip Catherine und Martin Wind gehören, dann dürfen sich die Gäste im Neuburger "Birdland" auf einen Abend der leisen Superlative einstellen. Der belgische Ausnahmegitarrist Philip Catherine besticht seit Jahrzehnten mit seinem unbestechlichen Gespür für Zeit, das auch die atemberaubendsten Tempo-Passagen relaxt und locker wirken lässt. Bei dem in Kürze 75-Jährigen sind es aber nicht einmal die Technik und Geschwindigkeit, die ihn aus der Masse hervorheben, sondern vielmehr der unverwechselbare akustische Gitarrenton und ein Improvisationsstil, bei dem nicht Gitarristen, sondern die großen Bläser des Jazz Pate standen. Einen besseren Duopartner als den Bassisten Martin Wind kann es für Catherine nicht geben. Der momentan gefragteste deutsche Jazz-Import in den USA versteht es wie kein Zweiter, die Rolle des aktiven, Akzente setzenden Begleiters auszufüllen. "Dem vertrauten Dialog zweier seelenverwandter Musiker lauschen zu dürfen, ist nicht nur an diesem Abend ein Geschenk", werben die Veranstalter.

 

Karten kann man sich telefonisch unter der Nummer (08431) 412 33, per Fax (08431) 463 87, über die Homepage www.birdland.de oder ab 19.30 Uhr an der Abendkasse sichern.