Der geschwächte Hund war an einem kurzen Seil an einem Baum in einer Senke des Auwaldes angebunden worden. Eine Spaziergängerin hörte am Nachmittag das Winseln des Mischlings und rief beim Tierheim an. Eine Pflegerin fuhr zum Englischen Garten und nahm den Hund mit Hilfe der Spaziergängerin in Obhut.

Im Riedensheimer Asyl des Tierschutzvereins war der Findling willkommen und in fachgerechter Obhut. Vereinschef Gerhard Schmidt ist bekannt dafür, dass er den Vorgängen auf den Grund geht und fand die früheren Besitzer des Mischlings heraus. Er war bei der sogenannten zentralen Haustierregistrierung "Tasso" gemeldet.

Gerhard Schmidt nahm Kontakt mit dem ehemaligen Eigentümer auf. Dann stellte sich heraus, dass die aktuelle Besitzerin verreist ist und den Mischling einem Bekannten zur Betreuung übergeben hatte. Der Vereinschef ging am Karfreitag zur Polizei und stellte Strafantrag wegen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz.

Wenn die Spaziergängerin das Klagen des Hundes nicht gehört hätte, so Gerhard Schmidt, "dann hätte das hilflose Tier wohl nicht überlebt." Mittlerweile hat er mit der Eigentümerin telefoniert, sie hat den Mischling dem Tierheim übereignet.

Mit Aussetzungen von Haustieren wird der Verein regelmäßig konfrontiert. Manchmal wird ein Hund nachts am Eingangstor angebunden. Die Halter sollten sich klarmachen, dass jede andere "Entsorgung" hilfloser Tiere unmoralisch und unverantwortlich sei, so Gerhard Schmidt. In Notfällen könne man sich immer an das Tierheim wenden. Dort finden auch altersschwache Tiere - die kaum mehr zu vermitteln sind - ein sicheres Zuhause. Derzeit beherbergt das Heim 60 Hunde, 2015 waren es über 500 Hunde und 370 Katzen im Durchlauf.