Die Marihuana-Plantage hatten die Ermittler sozusagen als Zufallsfund im Zuge anderer Ermittlungen entdeckt. In den Kellerräumen tauchte eine fest installierte Aufzuchtanlage mit Pflanzensetzlingen, teilweise unter einem Zelt, auf. Die Polizei stellte etwa 400 Gramm Marihuana im Haus und weitere 60 Gramm im Auto des 30-Jährigen sicher. Staatsanwaltschaft und Gericht gingen von Eigenverbrauch aus. Nachdem das Marihuana von erheblicher Qualität "und die Aufzuchtanlage professionell aufgezogen war", verlangte Staatsanwalt Fabian Lettenbauer zwei Jahre Bewährungsstrafe. Die Verteidigung hielt ein Jahr sechs Monate für angemessen. Das Schöffengericht blieb mit seinem Urteil von einen Jahr und acht Monaten dazwischen. Bewährung sei möglich, so der Vorsitzende Richter Christian Veh, weil der angeklagte Installateur ein Geständnis abgelegt habe und ohne einschlägige Vorstrafen sei.

Außerdem habe er in seinem bisherigen Leben gearbeitet "und nicht den ganzen Tag rumgegrattelt". Amtsgerichtsdirektor Christian Veh warnte den 30-Jährigen eindringlich, künftig die Finger von Drogen zu lassen: "Das geht überhaupt nicht, dass sie sich das Zeug vor den Augen der Kinder hineinziehen." Er müsse endlich Verantwortung übernehmen und zum Vorbild werden. Daran werde er arbeiten, so der Verurteilte, die Sache mit dem Marihuana "werde ich nie mehr wiederholen." Außerdem habe die Untersuchungshaft seit Sommer 2017 Wirkung gezeigt.