Ehrung Feldgeschworene und Verleihung Bayerischer Verdienstorden am  9. August auf Schlößchen Arco in Neuburg
Wittmann, Florian, Beilngries-wolfsbuch
Neuburg

Eigentlich wären es sogar fünf Ehrengäste gewesen, die der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen für Mittwochabend nach Neuburg bestellt hatte. Doch Michael Schiller aus Rennertshofen, der für 50 Jahre Feldgeschworenendienst hätte geehrt werden sollen, war aus gesundheitlichen Gründen verhindert. „Die Ehrung wird in einem kleineren Rahmen nachgereicht“, versicherte Vermessungsdirektor Johann Freund.

Die Hauptprotagonisten des Abends hatten sich allesamt in Schale geworfen: entweder chic oder traditionell bayerisch. Für die vier Ausgezeichneten war der Abend gewissermaßen auch eine Art Rollentausch. Manuela Hofbeck, Heinz Polifke, Johann Tyroller und Joseph Stöckel stehen sonst eigentlich nicht gerne im Mittelpunkt, sondern lassen anderen den Vortritt. Sie schauen stattdessen lieber im Hintergrund, dass alles seinen richtigen Weg geht.

Doch am Mittwochabend gehörte ihnen die Bühne, wie der stellvertretende Landrat Alois Rauscher (CSU) feststellte. „Man kann Ihnen gar nicht oft genug ,Vergelt’s Gott‘ für ihren Dienst am Menschen und der Gesellschaft sagen. Namentlich meinte er im Speziellen zwei Menschen, die er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszeichnen durfte.

Ehrung Feldgeschworene und Verleihung Bayerischer Verdienstorden am  
Wittmann, Florian, Beilngries-wolfsbuch
Neuburg

Manuela Hofbeck erhielt den Verdienstorden wegen ihres Engagements im sozialen Bereich. Die Karlshulderin pflegte über insgesamt zwölf Jahre hinweg ihre schwer kranke Mutter, ohne auch nur einmal Pflegedienste in Anspruch zu nehmen. Rauscher würdigte Hofbeck als „unheimlich starke Frau. Was Sie geleistet haben, verdient wirklich Hochachtung.“ Gleiches wusste Rauscher über Heinz Polifke aus Neuburg zu berichten, der sich in großem Maße um den Naturschutz verdient gemacht und darüber hinaus andere Menschen für ein Engagement in diesem Bereich motiviert habe. Als Dank gab es wie für Manuela Hofbeck neben dem Verdienstorden eine Flasche Wein und einen Strauß Blumen für die Begleitung.

Den zweiten Durchgang der Ehrungen eröffnete Johann Freund damit, zu erklären, was Feldgeschworene eigentlich so machen. Sie setzen Grenzsteine höher oder tiefer, wechseln beschädigte Grenzzeichen aus und entfernen diese. Als „Hüter der Grenzen“ und Abmarkungen in Gemeindegebieten arbeiten sie eng mit dem Vermessungsamt zusammen. Für 25-jährige ehrenamtliche Arbeit als Feldgeschworene wurden sowohl Joseph Stöckel aus Rohrenfels als auch Johann Tyroller aus Schrobenhausen mit einer Urkunde geehrt. Also insgesamt fünf Geehrte aus fünf Gemeinden – da wunderte es niemanden mehr, dass sich am Mittwochabend in Neuburg auch Gemeindevertreter einfanden, um zu gratulieren.