Neuburg: Eine gute Gabe für die Bildung
Seine Eltern haben Pater John Chrysostom Kyazze (rechts) auf die Idee gebracht, in seinem Heimatdorf eine Schule zu bauen. Auf dem Bild ist außerdem noch ein junger Pfarrer zu sehen, der zuvor die St. Zoe-Schule besucht hat - Foto: Pater John
Neuburg

Im Jahr 2001 startete das Projekt mit 64 Schülern und vier Lehrern. Seitdem wurde die St. Zoe-Schule kontinuierlich weiterentwickelt und derzeit unterrichten 36 Lehrer mehr als 350 Buben und Mädchen an der mittlerweile dreigeteilten Schule. Kindergarten und Grundschule bilden die sogenannte Primary School. Zwei Jahre dauert in der Regel die Kindergartenzeit, sieben Jahre die Grundschule. Aufgenommen werden die Kinder mit vier bis fünf Jahren im Kindergarten, mit sechs an der Grundschule. Daran schließt sich für vier Jahre die Secondary School an. Üblicherweise jedenfalls. „Wir nehmen auch ältere Kinder auf, wenn sie zuvor keine Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen“, erzählt der 61-Jährige, der die Leitung der Schule zwischenzeitlich an Schwestern des IHMR-Ordens (Immaculate heart of Mary Reparatrix) mit Oberin Sr. Ann-Christine übergeben hat. Denn er selbst ist Professor für Computerwissenschaften und unterrichtet „IT and Society“ an der Katholischen Universität von Ostafrika in Nairobi/Kenia – ist aber weiterhin auch als Priester aktiv. Von dort hat er seine frühere Haushälterin Olivia, die mit ihren 19 Jahren weder lesen noch schreiben konnte, an die Zoe-Schule vermittelt. Sie kam zusammen mit Sechsjährigen in die erste Klasse, durchlief die Schullaufbahn aber viel schneller, brauchte sechs Jahre für Primary und Secondary Schule zusammen, zwei weitere Jahre fürs College und arbeitet heute als Hauswirtschafterin an der St. Zoe-Schule. Ein junger Mann kam als 17-Jähriger an die Schule, besuchte dann das National Agricultural College und kümmert sich während seiner Ferien und Praktika um das Vieh von St. Zoe und der Dorfbewohner. Ein weiteres Eigengewächs der St. Zoe-Schule ist ein junger Mann, der im vergangenen Juli zum Priester geweiht wurde.

Der dritte Zweig der St. Zoe-Schule ist noch im Aufbau. Ein Zweig, der Pfarrer Kapfer besonders am Herzen lag. „Er wollte immer, dass es weitergeht“, betont Lindermayr, die mit ihrem Mann Max 33 Jahre lang Mesnerdienste für Pfarrer Kapfer geleistet hat und seit Gründung der Stiftung im Jahr 2009 als Geschäftsführerin fungiert. Der berufliche Schwerpunkt sei enorm wichtig, erklärt Kyazze, denn „in Uganda bedeutet Schulbildung später auch auf die Universität zu gehen“. Diese Mentalität müsse sich ändern, findet er, viel wichtiger sei es, Berufe zu erlernen. „Und zwar Berufe, die junge Menschen befähigen, eigene Unternehmen zu starten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen“, ergänzt Max Lindermayr. Daher sollen an der Zoe-Schule nun Landwirte, Schreiner, Maurer, Friseure und Schneider ausgebildet werden.

Gestartet werden soll heuer mit der Landwirtschaft. Hier gebe es viel zu verbessern, berichtet Pfarrer John, sowohl in der Viehhaltung, Fütterung und Zucht, als auch im Pflanzenbau. Dabei können verschiedene Gewerke zusammenarbeiten, wie er am Beispiel eines simplen Bienenkastens erklärt. Ein Musterstück hat er sich vom Vater einer bayerischen Praktikantin mitbringen lassen. Anhand dessen könnten die Schreiner Bienenkästen bauen, um die Honigerzeugung zu intensivieren und professionalisieren. Denn aus dem Kasten können die Honigwaben herausgenommen werden, ohne das Bienenvolk zu zerstören, was bei der bisherigen Methode, Honig von Völkern zu gewinnen, die in Baumhöhlen leben, unumgänglich ist.

Die Spendengelder, die Pfarrer John heuer erhalten hat, sollen in die im vergangenen Jahr neu geschaffenen Wasserleitungen investiert werden. Wasserklosetts für die Internatsschüler sind geplant. Unterstützt wird die Zoe-Schule auch von der Gemeinde Ehekirchen und aus Türkenfeld, wo Pfarrer Kapfer 16 Jahre lang Gemeindepfarrer war. Spenden werden für Investitionen genutzt, die laufenden Kosten bezahlen die Eltern mit dem Schulgeld von 240 Euro im Jahr.