Neuburg: Donaubrücke für mindestens 9,7 Millionen Euro
So funktionieren Brücke und Kraftwerk: Markus Laumer (links) erklärt den Kreisräten anhand eines einfachen Modells, weshalb er welcher Querungsvariante den Vorzug gibt. - Foto: Assenbrunner
Neuburg

Der Kreisausschuss befürwortete das Vorhaben gestern einstimmig.

Die neue Brücke soll drei Meter weiter westlich der bestehenden 50 Jahre alten Flussquerung entstehen. Dadurch soll sich der Eingriff in das Ramsar- und FFH-Gebiet (Naturschutz) des Stausees in möglichst engen Grenzen halten. Andernfalls wäre ein solches Bauwerk vermutlich nicht genehmigungsfähig. Die neue Querung soll acht Meter breit werden, mit einem Geh- und Radweg ausgestattet und für eine Belastung von 60 Tonnen zulässig sein.

Es war dies eine von drei Varianten, die Landkreis-Ingenieur Markus Laumer dem Gremium vorstellte. In Zeiten von Powerpoint-Präsentationen hatte Laumer ein bisschen anachronistisch von einem Schreiner der Landkreisbetriebe ein Modell aus Holz bauen lassen, anhand dessen er Konstruktion der bestehendenden und der künftigen Brücke, die Funktion der Kraftwerksanlage, Strömungsverhalten und Probleme mit Treibgut sehr anschaulich und leicht verständlich erklärte. Daraufhin wurden zwei andere Varianten fallengelassen. Die eine hätte die Erneuerung des bestehenden Brückenüberbaus in breiterer Form mit Verlängerung der Unterbauten vorgesehen. Sie wäre mit etwa 14 Millionen Euro die teuerste Variante gewesen. Der dritte Lösungsvorschlag sah 15 Meter westlich der bestehenden Querung ein separates Bauwerk vor. Kosten: 9,9 Millionen Euro. Diese Variante hätte den stärksten Eingriff in das FFH-Gebiet bedeutet. Laumers Vorschlag: Neubau in drei Meter Entfernung. Dem konnten sich die Kreisräte anschließen. Die verschiedenen Lösungsvorschläge wurden mit dem Kraftwerksbetreiber, der Donau-Wasserkraft AG, bereits besprochen. Inwieweit sich die Donau-Wasserkraft an den Kosten beteiligt, muss noch ausgehandelt werden. Und natürlich gibt es auch staatliche Fördergelder.

Landrat Roland Weigert, bei Kostenschätzungen inzwischen sehr vorsichtig geworden, betonte angesichts der 9,7 Millionen Euro explizit: "Das sind Mindestkosten. An diesen Zahlen wollen wir nicht gemessen werden." Dass sich die Kraftwerksbetreiber so gesprächsbereit gezeigt haben, ist für den Landkreis einerseits erfreulich, bei Ludwig Bayer (FW) löste das allerdings ein Frühwarnsystem aus: "Als Kompensation darf es keine weitere Stauzielerhöhung geben", warnte er. Nachdem eine höhere Stromausbeute vom Genehmigungsverfahren her nichts mit dem Brückenbau zu tun hat, lässt sich das vertraglich aber vermutlich nicht festklopfen.