Mit Schutzbrillen und Handschuhen arbeiten Lukas Hofmann (l.) und Daniel Rill im Labor an einer Analyse.
Mit Schutzbrillen und Handschuhen arbeiten Lukas Hofmann (l.) und Daniel Rill im Labor an einer Analyse. Oft sind die beiden jungen Männer auch in der Produktionshalle ihrer Firma beschäftigt. Diese Abwechslung gefällt ihnen.
Wittmann
Neuburg

Anzug und Handschuhe sitzen, die Schutzbrillen passen wie angegossen. Das Schälchen mit den Mineralen steht bereit, das Analyseblatt ist ausgedruckt. Lukas Hofmann und Daniel Rill können mit der Partikelbestimmung und der Korngrößenmessung loslegen. Ihr Arbeitsplatz: das Labor eines Neuburger Chemie-Dienstleisters. Es sieht so aus, wie man sich ein Labor vorstellt. Fläschen, Döschen, Pipetten und Maschinen. Es riecht relativ neutral – Spuren von Schwefel oder Gasen liegen nicht in der Luft.

Chemie, Biologie, Physik, Mathe und Englisch – das ist die Sammlung der Fächer, für die sich ein Chemikant interessieren sollte. Auf Hofmann trifft das zu. Der Rennertshofener arbeitet bei Formichem, mittlerweile im dritten Lehrjahr. „Es gefällt mir hier total“, sagt der 18-Jährige über seinen Beruf. Er ist sich sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Vor knapp zwei Wochen ist Rill in seine Ausbildung als Produktionsfachkraft für Chemie gestartet. „Die ersten Eindrücke sind super, auch wenn vieles noch neu ist“, so der 18-jährige Brucker. Durch eine Azubi-Börse in Neuburg war Lukas Hofmann vor drei Jahren auf den Chemie-Dienstleister aufmerksam geworden. Warum er sich für diesen Job entschieden habe? „Hier kann ich mich mit Naturwissenschaften befassen, etwa bei der Analyse der Proben im Labor. Und gleichermaßen etwas Handwerkliches machen, das Montieren der Anlagen zum Beispiel“, so Hofmann. Die Mischung aus Technik und Chemie war es auch, die Rill dazu bewogen hat, nach der Wirtschaftsschule eine Lehre als Produktionsfachkraft Chemie zu beginnen. Die Arbeit im Labor sei spannend, etwa das Untersuchen von Stoffen auf Fremdkörper. Wenn es die Zeit erlaubt, schaut er seinen erfahreneren Kollegen gerne über die Schulter.

Im Vergleich zu ihm hat Hofmann schon eine Menge Berufserfahrung gesammelt. Dreieinhalb Jahre dauert seine Ausbildung. „Ich möchte danach auf jeden Fall meinen Meister machen“, sagt der angehende Chemikant. Ob allerdings in Voll- oder Teilzeit, stehe derzeit noch nicht fest. Recht viel weiter in die Zukunft schauen mag Lukas Hofmann jetzt noch nicht. Fest stehe nur, dass er sich in seinem Job und bei seiner Firma wohl fühle. Auch wenn es natürlich Tage gebe, an denen einiges schief laufe. „Wenn eine Anlage nicht funktioniert, und wir nicht herausfinden, woran es liegt. Das nervt richtig“, sagt er.

Rill hört interessiert zu, während Hofmann von seinen Erfahrungen berichtet. Seine bisherigen Arbeitstage kann der junge Mann aus Bruck an zwei Händen abzählen. Ein gebrauchter war noch nicht dabei. Dass es wohl nicht ganz ohne gehen werde, sei ihm auch als frischgebackener Azubi bewusst. Es stört ihn aber nicht. Im Gegenteil: „Selbst dann kann man etwas lernen.“