Neuburg: Die alte Bringschuld ist beglichen
Mit vereinten Kräften schaffen (von links) Bürgermeister Heinz Enghuber, Balde-Kenner Wilfried Stroh und Kreisheimatpfleger Manfred Veit die Enthüllung des neuen Schildes. - Foto: Heumann
Neuburg
Denn mit der Enthüllung des neuen Straßenschildes ist es jetzt auch offiziell besiegelt: Nicht nur München, auch Neuburg hat seinen Jacob-Balde-Platz. Und das an historisch verbürgter Stelle, wo der Namensgeber regelmäßig flanierte. Der bisherige Amalienhof heißt ab sofort und ganz amtlich Jacob-Balde-Platz. Der erste Antrag auf diese Umbenennung datiert aus dem Jahr 1945 – jetzt schon hat der Stadtrat dem Ansinnen entsprochen.

Jacob Balde war ein bedeutsamer Barockdichter. Er lehrte als junger Rhetorikprofessor an der Universität in Ingolstadt und war unter Maximilian I. Prinzenerzieher. Seinen Lebensabend verbrachte der noch bis in die Goethezeit hinein hochverehrte Jesuit von 1654 bis 1668 in Neuburg. In der heutigen Mädchenrealschule vermeint man den Raum, in dem der fromme wie gelehrte Mann lebte, noch zu kennen, rechtliche Besonderheit ist dabei, dass dieser eine Raum innerhalb des kirchlichen Komplexes der Stadt gehört.

Immer wieder schreibt der Barockdichter von der Vergänglichkeit allen Seins, angeregt dazu von der Donau, die beim Blick aus seinem Zimmer vorbeifließt. Eine Besonderheit Baldes, die der Verbreiterung seines Bekanntheitsgrades in Bildungskreisen durchaus förderlich ist, ansonsten eher weniger: Er schreibt in Neulatein, einer Sprache, der sich heute bevorzugt Päpste (auch bayerische außer Dienst) noch befleißigen und deren Verfechter den Dichter entsprechend hochhalten: Jetzt denkt man sogar an die Gründung einer eigenen Balde-Fördergesellschaft.

In Neuburg erinnerte an den Mann zuletzt nur noch eine Gedenktafel in der Hofkirche, wo er auch begraben liegt. Die Bemühungen um eine Straßenbenennung reichen zurück bis direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, „als einige Straßennamen in der Stadt ja wieder frei wurden“, weiß der heutige Initiator, Kreisheimatpfleger Manfred Veit. Die ersten Impulse kamen vom damaligen Archivdirektor Josef Heider. 1955 dann wurde die neu zwischen Eybstraße und Friedhof errichtete Volksschule nach Balde benannt. Die Namensgebung ging aber 1972 „verloren“, als die Volksschule umzog und aus dem Gebäude die Wirtschaftsschule wurde. Der Name „Amalienhof“ dagegen hatte nie offiziellen Charakter: Weil er halt vor der Amalienschule liegt, bildete sich der Name einfach so heraus. Jetzt aber erfolgte durch den Stadtrat die offizielle Widmung – als Jacob-Balde-Platz.