Neuburg: Die Ausstellung wirft ihre Schatten voraus
Stabübergabe: Markus Nadler (Zweiter von links) gab den zweiten Vorsitz des Historischen Vereins Neuburg ab, ihn beerbte der frühere Schriftführer Gerhard Walter (rechts), neue Schriftführerin ist Rita Simon (links). Derweil sind Michael Teichmann und Roland Thiele (Dritter und Vierter von links) voll und ganz mit der geplanten Ausstellung "Reformation und Gegenreformation" beschäftigt. - Foto: Hammerl
Neuburg

Nadler hatte seinen Rücktritt erklärt, um den Weg frei zu machen für einen neuen Vize. Mit Blick auf die kommende hohe Arbeitsbelastung habe er den frühen Zeitpunkt gewählt, damit sein Nachfolger noch eingearbeitet werden könne. Die geplante Ausstellung bedürfe zweier Vorsitzender, die vor Ort seien. Walter gab sein Schriftführeramt auf, neue Schriftführerin ist Rita Simon, Nadler wurde in den Ausschuss gewählt.

Mehrere Ausschusssitzungen, zwei Exkursionen - zum östlichen Teil des Limes und zur Landesausstellung "Napoleon" - ein 350 Seiten starkes Kollektaneenblatt, Archivarbeit und die Vorbereitung der Ausstellung für 2017 beschäftigten den Verein. Museumsleiter Michael Teichmann sei bereits weitgehend freigestellt von der Museumsarbeit, um die Ausstellung vorzubereiten, berichtete der Vorsitzende Roland Thiele. Das Kulturamt der Stadt werde eine Agentur beauftragen, ein Werbekonzept zu erstellen. Zu überregionalen Leihgebern in Heidelberg, Jülich und Düsseldorf sei bereits Kontakt aufgenommen worden, auch Sulzbach und Lauingen sollen um Leihgaben gebeten werden. "Jeder muss den größtmöglichen Einsatz bringen", sagte Thiele und deshalb werde er sich selbst aus dem ohnehin nicht geruhsamen Ruhestand reaktivieren und die Aufgabe des Organisationsleiters übernehmen. "Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem wir entscheiden müssen, ob wir die Ausstellung machen oder nicht." Er sei fest davon überzeugt, dass etwas daraus werde, meinte Thiele, denn "wir sind die Einzigen, die nicht nur das Lutherjahr thematisieren, sondern Reformation und Gegenreformation". Interesse sei auch überörtlich vorhanden.

Die Arbeitsgruppe bilden Oberbürgermeister Bernhard Gmehling als Vorsitzender, Roland Thiele (stellvertretender Vorsitzender), Michael Teichmann, Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs, Stadtbaumeister Dieter Reichstein, Hauptamtsleiter Hermann Buchfelder, Michael Henker, Winfried Dier, Kulturreferent Markus Haninger und ein noch nicht benannter Ausstellungsgestalter. Dem wissenschaftlichen Beirat gehören an: Michael Henker als Vorsitzender, Markus Nadler als Stellvertreter, Ferdinand Kramer, Professor für Bayerische Landesgeschichte aus München, Klaus Unterburger, Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Uni Regensburg, Altlandrat Richard Keßler, Gabriele Kaps, der ehemalige Archivdirektor Reinhard Seitz, Roland Thiele, Kreisheimatpfleger Manfred Veit, Michael Teichmann und Winfried Dier. "Das finanzielle Risiko trägt die Stadt, auf uns kommt enorm viel ehrenamtliche Arbeit zu", erklärte Thiele.

Mit 7528 Besuchern, somit fast 3000 mehr als im Vorjahr, wurde im Jubiläumsjahr ein neuer Rekord im Stadtmuseum erzielt, berichtete Museumsleiter Michael Teichmann. "Heuer wird diese Zahl aus zwei Gründen vermutlich nicht zu erreichen sein", prophezeite Teichmann, denn es fände kein Schlossfest statt und der reguläre Museumsbetrieb werde reduziert. Um die für März geplante Sonderausstellung "Bier" anlässlich des Reinheitsgebotsjubiläums wird sich Museumsassistentin Sabine Rademacher kümmern.

Noch einmal musste der Vertrag zwischen Stadt und Historischem Verein, mit dem das Stadtmuseum zum Ausrichter der Reformationsausstellung bestimmt wird, beschlossen werden, da es einige Änderungen seit der Abstimmung im Juli gegeben hat. Die Mitglieder stimmten zu, nachdem Thiele den Vertrag komplett vorgetragen hatte, ebenso wurde die Satzungsneufassung einstimmig beschlossen.