Neuburg: Streit um die Klinikclowns
Kranke Kinder zum Lachen bringen: Das ist das Ziel der Neuburger Klinikclowns um Gründer Sepp Egerer (vorne) und seine Frau Kerstin (vorne links). Nun gibt es Streit über die Zukunft der Truppe. - Foto: Egerer
Neuburg

Seit dem 1. Oktober 2004 gehen die Jugendlichen aus dem Juze - angeführt von Oberkomiker Sepp Egerer - in der Kinderklinik auf Stippvisite. Mit roten Nasen und ganz viel guter Laune machen sie den kleinen Patienten den Krankenhausaufenthalt etwas erträglicher, zaubern ein vorsichtiges Lächeln in traurige Gesichter. Das Projekt ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt, oft kopiert und mehrfach ausgezeichnet worden. Nun ist den Clowns das Lachen vergangen.

Es gibt Streit zwischen den Egerers und dem KJR als Träger des Jugendzentrums. Zunächst ging es nur um Überstunden. Nach Informationen unserer Zeitung haben Kerstin und Sepp Egerer ihre Stunden aufgeschrieben, die sie neben der Arbeit im Juze leisteten: etwa bei den zahlreichen Spendenübergaben. Die Klinikclowns werden häufig mit Geldgaben bedacht, die Fototermine finden häufig am Wochenende oder am Abend statt. Über diese Überstunden gab es offenbar unterschiedliche Auffassungen. In der Folge haben die Egerers angeregt, die Klinikclowns als eigenständigen Verein laufen zu lassen, damit wären die Überstunden ehrenamtlich erfolgt. Die beiden Kreativen stiegen auch gleich in die Planungen ein. Zum Ärger des KJR-Vorstands, der das Projekt behalten wollte und sich übergangen fühlte. In einer außerordentlichen Vorstandssitzung staubte es. So sehr, dass in der Folge Kerstin Egerer, seit März Leiterin des Juze, und Sepp Egerer als Ex-Leiter und Halbtageskraft kündigten. Rumms!

"Mir liegen die Klinikclowns sehr am Herzen und ich würde gerne weitermachen", erklärt Sepp Egerer. "Ich möchte das Projekt nicht sterben lassen." Mehr wollen er und seine Frau dazu nicht sagen.

Beim KJR waren gestern weder Vorsitzender Fabian Mattick noch Geschäftsführer Guido Büttner erreichbar. Vorstandsmitglied Thomas Raba vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend bestätigt jedoch den Streit. "Auf sachlicher Ebene geht der Vorschlag der Egerers in Ordnung. Aber dadurch, dass sie uns hintergehen wollten, sind wir pikiert." Man fühlte sich vor den Kopf gestoßen, als die Egerers ihre schon ausgearbeiteten Vereinspläne vortrugen. "Momentan wird geprüft, ob der neue Leiter des Jugendzentrums das Projekt Klinikclowns weiterführt", sagt Raba. Die Bewerbungsfrist für die Stelle sei abgelaufen. Es gebe mehrere Kandidaten. Raba kann sich auch vorstellen, dass künftig ein anderes Projekt vom Juze verfolgt wird. Man könne aber nicht einfach die Klinikclowns auslagern - schon allein wegen der Finanzierung und der Spenden. Die Zukunft der Rotnasen ist ungewiss.