Landung mit der Bundesmaschine ?Global 5000? in Zell: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde vom Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl und Kommodore Holger Neumann empfangen..
Landung mit der Bundesmaschine „Global 5000“ in Zell: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde vom Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl und Kommodore Holger Neumann empfangen.
Schanz, Sebastian, Neuburg

Als die Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundesregierung am frühen Nachmittag auf dem Natoflugplatz in Neuburg-Zell einschwebte, standen Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl (CSU) und Kommodore Holger Neumann bereit, die Ministerin zu empfangen. Der Besuch von der Leyens fand im Rahmen ihrer Sommerreise statt, die anschließend per Pkw fortgesetzt wurde. Die Sicherheitsvorkehrungen waren außerordentlich. Die akkreditierten Journalisten mussten sich bereits an der Wache einer strengen Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Feldjäger standen bereit, Diensthunde schnüffelten an Kameras und Fototaschen, Mobiltelefone wurden auf die ihnen zugedachte Funktion überprüft.

Als die Ministerin dann vor die Kameras trat, einen Kampfjet als Kulisse, würdigte sie den Einsatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders an den Außengrenzen der Nato, wo die Neuburger Flieger als Luftpolizei agieren. „Ich merke insbesondere im Baltikum, wo unsere Eurofighter seit zwei Jahren den Luftraum sichern, welch hohen Respekt und Anerkennung unsere Piloten und ihren Crews insgesamt haben. Es ist spürbar, dass die Esten, die Letten und die Litauer mit großer Dankbarkeit die Rückversicherung wahrnehmen, die ihnen Deutschland innerhalb der Nato auch ganz bewusst gibt“, sagte sie.

Zum Standort des Geschwaders in Neuburg versicherte die Ministerin, der habe Zukunft. „Wir haben in den letzten fünf Jahren 50 Millionen Euro in die Start- und Landebahn und in den Tower investiert. In den kommenden Jahren werden wir weitere knapp 70 Millionen investieren, auch in Start- und Landebahn und Tower aber auch in Unterkünfte und Sporthalle, weil uns der Standort sehr wichtig ist.“

Schanz, Sebastian, Neuburg

Es freue sie, zu erleben, wie tief eingebunden das Geschwader in der Region sei. „Das Band zur Bevölkerung ist ein festes und es trägt. Das merkt man auch allein daran, dass beim Tag der Bundeswehr 20 000 Besucher gekommen sind. Für uns ist auch immer wichtig mit Bedacht in die Standorte zu investieren, die fest verankert in der Region sind und gut angenommen werden.“

Nach Aussagen der Ministerin soll die Bundeswehr für alle Beschäftigten attraktiver werden. „Entscheidend ist, dass wir für unsere Einsätze das Material haben. Wir haben allein in der zu Ende gehenden Legislaturperiode Materialaufträge für 30 Milliarden auf den Weg gebracht. Das ist fünfmal so viel wie in der Legislaturperiode davor.“ Die Bundesregierung habe die Trendwende beim Material kraftvoll eingeleitet, betonte von der Leyen, weil sich gezeigt habe, „dass wir dringend auffüllen und modernisieren müssen“. Weiter sagte die Ministerin: „Wenn unsere Soldaten in den zum Teil sehr gefährlichen Einsätzen bereit sind, alles zu geben, dann müssen sie hier zu Hause mindestens so gut behandelt werden, wie alle anderen Arbeitnehmer.“ Zur Attraktivität der Bundeswehr gehörten auch Telearbeitsplätze, Karriere- und Sportmöglichkeiten bis hin zur Kinderbetreuung.

Schmitt, Ralf, Burgheim

Beim anschließenden internen Gespräch mit den Soldaten kam es auch zu einer Begegnung der Ministerin mit Oberfeldärztin Cornelia Schäfer und ihrem 13 Monate alten Sohn Jakob. Von der Leyen, selbst Mutter von sieben Kindern, nahm den Buben wahr, als der sich bemerkbar machte. „Was ist das für ein nettes Geräusch“, bemerkte die Chefin der Landesverteidigung. Etwa 100 Angehörige des Geschwaders waren zu dem Gespräch in der neuen Werft zusammengekommen. Darunter natürlich Kommodore Holger Neumann, aber auch sein Nachfolger, Oberstleutnant Thomas Früh, der am 26. September im Rahmen eines militärischen Appells das Geschwader übernehmen wird. Im Rahmen ihres Besuches kündigte die Ministerin auch eine Neuauflage des Traditionserlasses an, der schon im Entwurf mit den Betroffenen diskutiert werden soll.

Nach rund zwei Stunden war die Visite vorüber. Es war dies übrigens der zweite Anlauf. Bereits Ende Juli sollte die Ministerin auf Wahlkampftour Reinhard Brandl mit einem Auftritt in Neuburg unterstützen. Der Absturz eines Kampfhubschraubers in Mali mit zwei toten Soldaten bewog von der Leyen damals, den Besuch im letzten Moment abzusagen und nach Berlin zurückzukehren. Die Zuhörer waren damals enttäuscht, reagierten aber verständnisvoll.