Turnhalle in spe: Wo in gut einem Jahr Schulsport stattfinden soll, beherrscht derzeit Beton die Szenerie.
Turnhalle in spe: Wo in gut einem Jahr Schulsport stattfinden soll, beherrscht derzeit Beton die Szenerie. Grund zur Klage gibt es an der Baustelle am Standort der FOS/BOS und Wirtschaftsschule derzeit aber nicht: Die Arbeiten liegen im Zeitplan.
Janda
Neuburg

Noch lässt sich nur erahnen, wie der neue Trakt der Bildungseinrichtung an der Pestalozzistraße künftig aussehen soll. Mehrere Metallgerüste verbergen das halb fertige Bauwerk vor neugierigen Blicken, Container, Material und ein großer Kran beherrschen die Szenerie. Kein Zweifel: Knapp ein Jahr nach dem offiziellen Spatenstich herrscht nach wie vor Hochbetrieb auf der Baustelle. Und daran wird sich in den nächsten Monaten auch noch nichts ändern, wie Max Knöferl als zuständiger Ingenieur am Landratsamt weiß. „Zum Schuljahr 2018/2019 soll alles fertig sein“, erklärt er und blickt zufrieden auf die Baustelle, auf der derzeit alles nach Plan verläuft. „Wir liegen gut in der Zeit, noch vor dem Winter soll das Gebäude dicht sein.“

Bis dahin muss vor allem auf dem Erweiterungsbau ein weiteres Stockwerk entstehen. Drei Stück sollen es am Ende sein, mit jeweils vier Unterrichtsräumen. Genug, um der wachsenden Einrichtung, die neben den beiden Gymnasien in Neuburg und in Schrobenhausen sowie der Berufsschule in der Monheimer Straße zu den größten Schulstandorten im Landkreis gehört, den nötigen Platz bietet. Rund 1000 Schüler besuchen die drei Einrichtungen – Fachoberschule, Berufsoberschule und Wirtschaftsschule –, die Teil des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Neuburg sind. „Diese Schule wird im gesamten Landkreis gut angenommen“, weiß Vize-Landrat Alois Rauscher und verweist auf die Investition des Landkreises in die Zukunft des Standorts. Rund 8,7 Millionen Euro kostet die Erweiterung, die laut dem CSU-Politiker die Zentralität der Kreisstadt „sicher nicht negativ beeinflusst“. Gleichzeitig erinnert er daran, dass FOS und BOS jedes Jahr rund 250 Abiturienten für die Berufswelt (oder die Hochschulen) liefern.

Janda, Stefan, Ingolstadt
Neuburg

In der Maßnahme enthalten ist auch eine neue Turnhalle, die weiterhin alle drei Schulen – sowie nach Möglichkeit auch Vereine – nutzen. Der alte Bau war mehrere Jahre lang wegen Pilzbefalls gesperrt gewesen und musste nun im Zuge der Bauarbeiten weichen. Die neue Halle ist mittlerweile so gut wie fertig. Während die Spengler am Blechdach arbeiten, lassen sich im Inneren die Ausmaße des Gebäudes schon recht gut erahnen. Weil sie einige Meter in den Boden versenkt ist, ist die neue Halle über eine Verbindung auch bei Regenwetter trocken zu erreichen.

Blick von oben und ins dritte Stockwerk: Die 8,7 Millionen Euro teuren Arbeiten an der FOS/BOS in Neuburg sollen in einem Jahr abgeschlossen sein..
Blick von oben und ins dritte Stockwerk: Die 8,7 Millionen Euro teuren Arbeiten an der FOS/BOS in Neuburg sollen in einem Jahr abgeschlossen sein.
Janda, Stefan, Ingolstadt
Neuburg

Bei der Heizung profitiert der Schulstandort bald auch vom Nahwärmeprojekt der Neuburger Stadtwerke. Der Anschluss soll Knöferl zufolge gegen Ende der Sommerferien erfolgen, die Leitungen selbst liegen bereits in der Straße. „Der Vorteil für uns ist, dass die technische Betreuung der Heizung wegfällt“, erklärt der Landkreisingenieur. Und auch baulich gliedert sich die Erweiterung aus seiner Sicht optimal an den bestehenden Trakt an. Dort war der Flur bisher auf einer Seite ungenutzt, künftig wird er von Klassenzimmern eingerahmt sein. Auch das Pultdach des östlichen Gebäudekomplexes ist in den vergangenen Monaten verschwunden, ein Satteldach soll beide Bauabschnitte miteinander verbunden. Durch die Absenkung der Halle kommt diese außerdem nicht zu wuchtig daher und fügt sich gut in die Umgebung ein. Auch während des Baubetriebs ist Knöferl zufolge bisher alles nach Plan gelaufen. Selbst die etwas problematische Absicherung der Baugrube direkt neben dem Gehweg, wo ein Abrutschen drohte, brachte keine größeren Probleme.

„Diese Schule wirdim gesamten Landkreis gut angenommen.“

Vize-Landrat Alois Rauscher

 

Das Millionenprojekt ist mit der laufenden Erweiterung des Schrobenhausener Gymnasiums der Auftakt für eine ganze Reihe von Schulbaustellen im Landkreis. Bald wird es beim Neubau der Paul-Winter-Realschule mit rund 35 Millionen Euro ernst, ebenso beim Schülerwohnheim in der Monheimer Straße mit 7,2 Millionen Euro. Und auch bei der Teilsanierung des Descartes-Gymnasiums mit geschätzten Kosten von 20 bis 30 Millionen Euro laufen die Planungen an. Übrigens: Alleine stemmen muss der Landkreis das alles nicht. Allein für die FOS/BOS-Baustelle gibt es etwa 3,5 Millionen Euro als Zuschuss vom Freistaat.