Neuburg: Barockiges Konzert
Einen gelungenen Auftritt zeigte die Ingolstädter Formation Concerto de Bassus am vergangenen Sonntag bei ihrem Auftritt in der Neuburger Schlosskapelle. - Foto: Heumann
Neuburg

Es war ein passender Schlussakkord: Staccato-Ovationen begleiteten das Ende des sonntäglichen Konzerts in der Schlosskapelle, das sich ebenso würdig wie nahtlos in Neuburgs nicht unbedeutsame Barockmusik-Tradition einzureihen wusste. Concerto de Bassus mag vielleicht jenseits der Ingolstädter Stadtgrenzen noch nicht den großen Namen haben, aber wer eine Theona Gubba-Chkheidze ortsnah und günstig zudem erleben will, muss sich wohl allmählich sputen. Irgendwann wird sich auch deren schier unstillbare Lernbegier in Sesshaftigkeit wandeln - und das nicht unbedingt in der Region.

Klangkolorit pur gab es einleitend mit Heinrich Ignatz Biber. Doch wird alles Virtuosentum dabei nie wohlfeiler Selbstzweck. Gubba-Chkheidze schafft, technisch ohnehin erhaben, eine mühelos beherrschte Balance zwischen Leichtigkeit und Ernstlichkeit. Will diese Musik den Affekt, setzt die Geigerin ihn nie des schnöden Effektes wegen. Sie sucht bei aller Beschwingtheit stets nach einer Verortung im realen Leben, macht diese Musik glaubhaft und damit - weil gegenwärtig - modern. Höchstes Verdienst um so viel Ausgewogenheit kommt da voran dem Cembalisten Andrii Slota bei, der solistisch wie als Rückgrat im Continuo Strenge mit einer betörenden spielerischen Leichtigkeit zu verbinden weiß. Treffen diese beiden Qualitäten zusammen, gerät eine Sonate Arcangelo Corellis zum professionellen Zenit eines an Höhepunkten ohnehin schon reichen Konzertes. Dafür ist voran auch die Sopranistin Susanne Bernhard zuständig, die sich auch ausgesprochen artikulationsstark in der Barockmusik (Bach/Händel) wie bei Mozart als zu Hause erweist.

War bis dahin Concerto de Bassus vornehmlich in einer begleitenden Rolle gefragt, fügte sich die ausgesprochen schlanke Besetzung in Johann Sebastian Bachs "Vierten Brandenburgischem" zu beeindruckender kammermusikalischer Gedrungenheit, wo sich die zwei jungen Flötistinnen Franziska Arleth und Lisa Schöttl ebenso auszeichneten wie Valentina Cieslar als korrespondierende Violin-Partnerin. Dass es sich im "Vierten Brandenburgischen" um einen wahrlich göttlichen Wettstreit handeln soll - wer wollte dies aufgrund des Dargebotenen nicht gerne glauben