Mittwoch, 30.05.2012 |

 

07.02.2012 19:43 Uhr | 95x gelesen
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Auf sein Bauchgefühl hören


Bild: Auf sein Bauchgefühl hören. Neuburg Neuburg (clm) Geheimnisse können gut sein oder schlecht: Wenn Susi erfährt, was ihr Papa als Geburtstagsgeschenk für ihre Mama plant, fällt das unter die erste Kategorie. Wenn Onkel Franz dem Mädchen zwischen die Beine fasst und anschließend mit einem „Pst!“ Verschwiegenheit fordert, so ist das ein schlechtes Geheimnis – und Susi soll es weiter erzählen.

Neuburg (clm) Geheimnisse können gut sein oder schlecht: Wenn Susi erfährt, was ihr Papa als Geburtstagsgeschenk für ihre Mama plant, fällt das unter die erste Kategorie. Wenn Onkel Franz dem Mädchen zwischen die Beine fasst und anschließend mit einem „Pst!“ Verschwiegenheit fordert, so ist das ein schlechtes Geheimnis – und Susi soll es weiter erzählen.


Neuburg: Auf sein Bauchgefühl hören
 
Das Theaterstück „Mein Körper ist mein Freund“ ist ein Projekt, um Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen auf Kinder vorzubeugen. Das kurze Schauspiel konzentriert sich allerdings nicht auf Horrorszenarien mit maskierten Männern, die Szene mit Onkel Franz ist nur ein kurzer Ausschnitt. „Das Projekt setzt am Positiven an“, betont Sarah Hieber. Sie spielt im Stück Lea, deren Freundin Susi ihr von dem Vorfall mit ihrem Onkel erzählt hat. „Es geht nicht nur um sexuelle Übergriffe, sondern vor allem um positive Berührung – und die Grenze dazwischen.“

Seit gut zehn Jahren reist das Kinder- und Jugendtheater EUKITEA mit diesem Stück quer durch Deutschland und Europa. Gestern machten die Schauspieler Station an der Sophie-Scholl-Schule der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Neuburg. Josef Schirm hatte die Gruppe in das Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung eingeladen. „Manche unserer Schüler sind kommunikativ eingeschränkt“, erklärt Schirm. Das Theaterstück zeige auf eine für alle verständliche Weise, wann ein Kind „Nein“ sagen soll und wie es bei einem Übergriff reagieren soll.

Die Schüler verfolgten das Theaterstück gespannt und ließen sich auf die verschiedenen Szenen ein. Als Lea allein zu Hause ist und ihr Nachbar vor der Haustür steht, entscheidet sich das Mädchen, die Tür lieber geschlossen zu lassen – trotz des süßen Kätzchens, das der Mann gefunden hat. Die Kinder pflichten Lea mit Klatschen bei. Aber genauso reagierten sie mit lautem Lachen, als Sven und Lea Bock springen, miteinander tanzen oder sich wild im Kreis drehen. „Die Reaktionen an Förderschulen sind meist direkter und ehrlicher als an Grundschulen“, sagt Michael Gleich. Er verkörpert Leas guten Freund Sven.

Die Aufführung für die Schüler steht dabei nicht allein: Bereits am Vorabend waren die Schauspieler vor Eltern und Lehrern aufgetreten. Alle Beteiligten werden mit einbezogen, um das Thema der sexuellen Übergriffe ganzheitlich zu behandeln. In Neuburg stand den Schauspielern dabei Diplompädagogin Mareike Kludas zur Seite, die Lehrern und Eltern Tipps gab.




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