Sprecher Roland Keller konnte dazu Bundestagsabgeordneten Jörn Wunderlich aus Chemnitz begrüßen. Seine Erfahrungen als Parlamentarier wurden bei diesem Thema besonders unterstützt durch sein fachliches berufliches Wissen als Richter am Amtsgericht. Mit dabei waren aus Ingolstadt die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter und der Direktkandidat Roland Meier, die beide in Grußworten eindringlich für die Unterstützung der Linken im Wahlkampf warben.

Im Mittelpunkt der Ausführungen von Jörn Wunderlich stand die Feststellung, dass eine Sicherheitspolitik, die Demokratie achtet, zur Kenntnis nehmen müsse, dass religiöser Fundamentalismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht geheimdienstlich oder militärisch zu bekämpfen seien. „Die Fakten sprechen eine klare Sprache“, so der Referent, „vor dem Krieg gegen den Terror gab es weltweit ein paar hundert fundamentalistische Terroristen, heute sind es Zehntausende.“ Und das trotz Milliarden Ausgaben, eingeschränkten Grundrechten und den Kriegstoten. Die Anzahl Gewaltbereiter sei trotz enorm gesteigerter Sicherheitsmaßnahmen massiv gestiegen.

Doch die Fans von Law und Order, wie die Innenminister de Maiziere und Herrmann, hätten offensichtlich versagt, so Wunderlich. Sie würden nicht nur für „unser aller Sicherheit“ streiten, sondern für die Profite der Rüstungsindustrie und die Macht der Sicherheitsapparate und privater Sicherheitsdienstleister.

Jörn Wunderlich kritisierte ebenso die neueste Variante einer Vorbeuge- und Unendlichkeitshaft der CSU-Landesregierung. Sie führe den Rechtsstaat ad absurdum, da sie, was in der Öffentlichkeit überhaupt nicht diskutiert werde, die Rechte nicht nur für Gefährder, sondern für alle einschränkt.

In der anschließend lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass die Ängste hinsichtlich der Sicherheit ernst zu nehmen sind. Der Referent zeigte anhand konkreter Beispiele wie Einbruch auf, dass es nicht auf die Forderung nach höheren Strafen ankomme, sondern auf die Aufklärungsquoten. Dies sei jedoch nicht durch eine flächendeckende Videoüberwachung, sondern durch mehr Prävention, mehr Personal und eine gerechtere Gesellschaft anzustreben.

„Es wird Zeit für eine linke Sicherheitspolitik! Freiheit kann nicht durch die Abschaffung der Freiheit gesichert werden“, so das Fazit der Veranstaltung.