"Gebt uns eine Bühne" , steht auf einem Plakat. Die Theaterfreunde sehen im Kinoseum die Chance, endlich einen festen Spielort für ihre Aufführungen - und einen Treffpunkt für die Vereine im Ort - zu bekommen.
"Gebt uns eine Bühne" , steht auf einem Plakat. Die Theaterfreunde sehen im Kinoseum die Chance, endlich einen festen Spielort für ihre Aufführungen - und einen Treffpunkt für die Vereine im Ort - zu bekommen.
Neumeier
Neuburg

"Wir wollten uns zeigen und unsere Meinung vertreten, dass wir für das Kinoseum sind", erklärt Vorsitzender Helmut Maier die Aktion. Seine Schauspieler und er sind seit Jahren "Vereinsnomaden", wie er es nennt: ohne festes Domizil, ohne festen Spielort - mit einer flexiblen Bühne unterwegs. Das Kinoseum sehen die Akteure als Chance, endlich eine dauerhafte Bleibe zu finden - übrigens nicht nur für ihren eigenen Verein. "Ich bin der Meinung, dass auch die anderen Rennertshofener Vereine das Kinoseum dauerhaft nutzen würden", sagt Maier.

Überhaupt könne das Kinoseum den Markt beleben. "Rennertshofen würde viel mehr ins Gespräch kommen", sagt der Vorsitzende und nennt die Kooperation mit der Uni Eichstätt, mit Bernd Eichingers Produktionsfirma Constantin oder auch der Schweinspointer Stiftung St. Johannes, die Arbeitsplätze schaffen würde. "Nicht nur ein Ort für die ansässigen Vereine, sondern vielmehr Begegnungsstätte aller Bürger soll es werden", schreiben die Theaterfreunde auf ihrer Facebook-Seite. "Gute Verpflegung zum guten Preis könnte es dort jeden Mittag aufs Neue heißen. Keine Lust zu kochen? Ab ins Kinoseum. Keine Lust, allein zu sein? Ab ins Kinoseum. Hochzeitsfeier? Ab ins Kinoseum. Vereinstreffen? Ab ins Kinoseum. Anlässe gäbe es sehr viele." Ein Kleinkinobetrieb könne für Schulklassen, Kindertagesstätten oder auch Senioren interessant sein. Kurzum: Die Theaterfreunde sehen eine Belebung des "inzwischen doch sehr stillen Marktes". Ein Vorzeigeprojekt, das noch in 20 oder 30 Jahren bestehen könnte. "Wir sind dafür!", steht auf den Transparenten.

Besonders bei Bürgermeister Georg Hirschbeck (CSU) wollen die Theaterfreunde damit punkten, denn bei dem Gemeindechef, der wegen vieler Pflichtaufgaben enorme Ausgaben hat, sehen sie noch am meisten Überzeugungsarbeit zu leisten. In den kommenden Wochen soll die Grundsatzentscheidung im Gremium der Volksvertreter fallen. Höchste Zeit also, sich zu positionieren - was die Theaterfreunde nun getan haben. Selbstverständlich sei die Veranstaltung zuvor beim Landratsamt offiziell angemeldet worden, versichern die Heimatlosen.

Die Tragödie "Suche nach einem Spielort" umfasst mittlerweile viele Akte. "Wir haben bisher fast jedes Jahr an einem anderen Ort gespielt", erzählt Maier. Zuletzt im Welschbräu-Saal ( wir berichteten ): Wegen der Mietvorstellungen des Inhabers mussten die Schauspieler auch hier wieder abziehen. Zwischenzeitlich hatte ein Rennertshofener Handwerker eine Halle angeboten, doch auch daraus wurde nichts. Und nun? Vorstellungen unter freiem Himmel? "Wir renovieren gerade den alten Dirn-Bräu-Saal mit Unterstützung der Sportsbar", berichte Maier. Wände weißeln, Bodenplatte schaffen, mobile Bühne aufstellen: Die Schauspieler sind voll aktiv - doch eine dauerhafte Lösung sei auch das eher nicht. Und das Pfarrheim? Da verzögert sich der Baubeginn weiter. Hoffnungen auf ein Happy End in ihrer Unendlichen Geschichte legen die Theaterfreunde deshalb ins Kinoseum.