Nur eine kurze Begehung: Wegen des schlechten Wetters musste der Rundgang mit Politiker Anton Hofreiter (5.v.l.) am Neuburger Solarpark gestern entfallen und die Gesprächsrunde ins Trockene verlegt werden.
Nur eine kurze Begehung: Wegen des schlechten Wetters musste der Rundgang mit Politiker Anton Hofreiter (5.v.l.) am Neuburger Solarpark gestern entfallen und die Gesprächsrunde ins Trockene verlegt werden.
Wittmann
Neuburg

Anton Hofreiter war gespannt darauf zu erfahren, wie es denn eigentlich zur Gründung des Solarparks gekommen sei. Die Photovoltaikanlage sei 2014 fertiggestellt worden, erklärte Andreas Klier, Geschäftsführer des Ingolstädter Solarpark-Betreibers Anumar. Mit einer Gesamtleistung von 990 Kilowatt-Peak erzeugt das Solarkraftwerk zirka eine Million Kilowatt-Stunden und spare somit pro Jahr eine Menge Kohlendioxid ein. „Ungefähr 800 Tonnen“, so Klier. Zahlen, die Hofreiter gefielen. „Vielen Dank, dass sie das machen“, sagte er sichtlich erfreut.

Bekanntlich liegen CSU- und Grünen-Politiker nicht immer auf einer Wellenlänge. Doch im Bezug auf den Solarpark ist das ein wenig anders. Wie Reinhard Brandl bei seinem Besuch, lobte auch Hofreiter die Anlage als ein Paradebeispiel an regionaler Wertschöpfung. Zudem sprach er sich energisch für eine dezentrale Umsetzung der Energiewende aus. „Es kann nicht angehen, dass einige große Unternehmen einen Nutzen herausziehen und die kleineren schauen können, wo sie bleiben“, so Hofreiter. Aus der Region, für die Region – so müsse die Devise eigentlich lauten. Wahlkampfparolen waren vom engagierten Grünen-Politiker am gestrigen Nachmittag in Neuburg ansonsten wenige zu vernehmen. Einen kleinen Seitenhieb auf den Bayerischen Ministerpräsidenten konnte sich Hofreiter dennoch nicht verkneifen. „Horst Seehofer sagt, dass er angeblich gegen Stromtrassen sei, verhindert aber eine dezentrale Energiewende.“

CSU-Mann Brandl war im März dieses Jahres schon am Solarpark – nun hat Hofreiter nachgezogen. Im Gegensatz zu Brandl wartete auf Hofreiter aber keine Sonne, sondern herbstlicher Wind und Regen. Eigentlich wollte sich Hofreiter die Solaranlage aus nächster Nähe anschauen. Doch der starke Regen, der seit Donnerstagmorgen über Neuburg herabgefallen war, hatte auch am Boden seine Spuren beziehungsweise große Wasserpfützen hinterlassen. Deswegen musste eine längere Begehung des Solarparks, die fest eingeplant war, aufgrund des schlechten Wetters entfallen und die Gesprächsrunde kurzerhand ins Trockene verlegt werden. Da passte es ganz gut, dass die Firma Wittmann Kies, die ein Drittel des im Solarpark erzeugten Stroms nutzt, in direkter Nachbarschaft liegt.

Es freut den Grünen-Vorsitzenden, dass es mittlerweile über eine Million Stromproduzenten in Deutschland gibt. Was ihn aber auf die Palme bringe, sei die sogenannte Sonnensteuer. Diese bedeute, vereinfacht gesagt, dass der erzeugte und selbst verbrauchte Solarstrom jeder einzelnen – selbst noch so kleinen – Solaranlage in Deutschland mit einer Umlage belastet werde: „Das kann nicht sein, die Sonnensteuer ergibt überhaupt keinen Sinn. Sie macht die Solarspeicher unrentabel.“ Es müsse fair zugehen.

Fair – das war das Stichwort von Dieter Moosheimer, Geschäftsführer bei Integra. Die Sozialeinrichtung unterstützt Menschen in sozialen und psychischen Notlagen und arbeitet mit dem Solarpark im Rahmen von „Faire Arbeitsbedingungen zu einem fairen Preis“ zusammen. Für den Besuch Hofreiters hatten einige Integra-Schützlinge extra einen kleinen Imbiss vorbereitet. Als Überraschung gab es auch Smoothies. Natürlich in grün.