Agnes Stiglmaier, die neue Leader-Koordinatorin für Oberbayern-Nord, stellte sich in der LAG Altbayerisches Donaumoos vor.
Agnes Stiglmaier, die neue Leader-Koordinatorin für Oberbayern-Nord, stellte sich in der LAG Altbayerisches Donaumoos vor.
Foto: Hofmann
Kleinhohenried
Während nun weitere 300000 Euro für Projekte verplant werden können, laufen die Vorbereitungen für eine eventuelle weitere Förderperiode des EU-Programms.

In Kleinhohenried - also im Herzen des LAG-Gebiets, das neben allen Städten und Gemeinden des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen auch den Markt Hohenwart umfasst - tagte sowohl die Mitgliederversammlung des Vereins Altbayerisches Donaumoos als auch der Lenkungsausschuss der LAG. Beide Gremien sind fast mit den selben Personen besetzt. Den Lacher des Abends sicherte sich der Karlskroner Bürgermeister Stefan Kumpf (CSU), der zu Landrat Roland Weigert (FW) nach dessen Wiederwahl zum LAG-Vorsitzenden sagte: "Ich gratuliere zur gewonnenen Wahl 2018." Weigert will bekanntlich im Oktober bei der Landtagswahl das Direktmandat im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen holen.

Die Posten bei der LAG wurden alle ohne Gegenstimme besetzt. Die einzige Änderung: Der Burgheimer Bürgermeister Michael Böhm übernimmt das Amt des Schriftführers von Gesine Stutz, die aus formalen Gründen nicht mehr kandidierte : Sie kann nicht mehr gleichzeitig Mitglied der LAG-Geschäftsführung sein.

Die LAG Altbayerisches Donaumoos ist beim - mit diversen Formalitäten verbundenen - Leader-Programm gut im Rennen, wie Geschäftsführer Klaus Rössler berichtete. So seien die wichtigen Meilensteine zum 31. Oktober 2017 erreicht worden. Bis zu diesem Stichtag mussten LAG-interne Einzelprojekte in Höhe von 500000 Euro und Kooperationsprojekte mit anderen LAG für 150000 Euro bewilligt sein. Im Altbayerischen Donaumoos haben inzwischen Einzelprojekte für fast eine Million Euro und Kooperationsprojekte für rund 370000 Euro die Genehmigung erhalten. "Wir haben also beide Ziele erreicht", sagte Rössler, "und haben als Belohnung dann die zusätzlichen 300000 Euro Fördermittel bekommen. " Insgesamt stehen der LAG damit nun in der laufenden Förderperiode 1,8 Millionen Euro zur Verfügung, gut 400000 Euro sind noch nicht für bereits bewilligte Projekte gebunden. "Unser Ziel", so Rössler, "ist natürlich, das Geld möglichst schnell umzusetzen. "

Und so stellte der Geschäftsführer dem Lenkungsausschuss zwei Kooperationsprojekte vor, die demnächst zur Abstimmung kommen könnten. In einer Kooperation mehrerer LAG im nördlichen Oberbayern geht es um die Förderung von Blühflächen, um dem Artensterben entgegenzuwirken. Dann gibt es das Projekt "Tiny Houses", eine Machbarkeitsstudie zum Mobilen Wohnen. Die kleinen, fahrbaren Häuser könnten für Kommunen interessant sein, die unter Wohnraumknappheit leiden - oder auch etwas für den Tourismus tun möchten.

Ein weiteres LAG-übergreifendes Projekt war kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden, weil sich, so Rössler, die Zusammenarbeit mit einer österreichischen LAG zerschlagen habe: die Kreativwerkstatt Oberhausen, der der Lenkungsausschuss bereits zugestimmt hatte. Auch wenn hier nun ein Partner abgesprungen sei: Die Kooperation mit der Nachbar-LAG Pfaffenhofen gehe natürlich weiter, versicherte Rössler. Und ein weiteres Projekt werde auch schon angedacht: Es soll um Medienkompetenz gehen.

Insgesamt habe die Geschäftsführung in der seit 2014 laufenden Förderperiode 72 Projektideen begutachtet. 17 Projekte kamen dann wirklich in den Lenkungsausschuss, für 14 davon wurden bereits Förderanträge gestellt, 12 haben die Bewilligung der zuständigen Stelle für Oberbayern-Nord erhalten. Deren neue Koordinatorin Agnes Stiglmaier stellte sich in der Sitzung kurz vor. Sie ist die Nachfolgerin der bisherigen, nun in den Ruhestand gegangenen Leader-Koordinatorin Irmgard Neu-Schmid.

Einen positiven Ausblick gab dann Klaus Rössler: "Es kann - davon gehen wir aus - eine Folgeperiode geben. " Wie die aussehen wird, dazu gebe es noch keine klaren Aussagen, "aber wir wollen entsprechend vorbereitet sein". Denn es sei davon auszugehen, dass sich die LAG wieder bewerben und gegen andere Regionen durchsetzen müsse. Deshalb soll frühzeitig die Finanzierung stehen und in Workshops müsse eine Lokale Entwicklungsstrategie erarbeitet werden.

Erst einmal aber muss die Zusammensetzung der LAG stehen. Rössler bat deshalb die Bürgermeister, in ihren Gemeinden "einen richtungweisenden Gemeinderatsbeschluss" einzuholen. "Ich kann als Geschäftsführer nur dafür werben, das weiterzuführen", sagte Rössler. Mehrere Bürgermeister stimmten ihm zu, darunter Heiner Seißler (Königsmoos): Der Verein müsse erhalten bleiben, "denn er hat sehr, sehr, sehr viel getan in den letzten Jahren".