Pfaffenhofen: Mayer kann Cannes: Vom Spaßmacher zum Partisanenjäger
Nazi-Scherge mit Gewissensbissen: Den kriegsmüden Wehrmachtsoffizier Lange (Mitte) mimt der Pfaffenhofener Schauspieler Tobias Meyer im französischen Spielfilm „Bir-Hakeim – le Maquis des Patriotes“ von Regisseur Baptiste Ménage (rechts).
Sirvins
Zwar außerhalb des Wettbewerbs und unter vielen in der „Short Film Corner“, aber immerhin: Es zur Königin der Filmfestivals zu schaffen, davon wagt nicht jeder Filmemacher zu träumen. „Das ist eine andere Hausnummer – damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Mayer ein klein bisschen hin und weg. „Mir war nicht bewusst, was die Rolle bedeuten könnte.“
 
Denn mit eben dieser Rolle des Wehrmachtsoffiziers und Partisanenjägers Lange, der bei seinem Kampf gegen französische Volkshelden hin und hergerissen ist zwischen nationalsozialistischem Gehorsam und militärischem Ehrgefühl, dürfte Mayer einen Meilenstein seiner Karriere geschafft haben. Er will beweisen, dass er als gelernter Schauspieler auch abseits seines Steckenpferds, der Komik, erfolgreich sein kann.
 
Doch Mayer wäre nicht Mayer, wenn er den Ausflug ins ernste Metier nicht auch gleich humoristisch verwerten würde. Er will wider jede Vernunft nach Cannes. Am Samstagvormittag soll es auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz losgehen. Eine Eintrittskarte hat der chronisch mittellose Künstler freilich nicht, auch keine Presseakkreditierung, vom Geld ganz zu schweigen. Dafür hat er einen Bus, ein Akkordeon und mit Marian Witzel einen Französisch sprechenden Kameramann, der das Wagnis unter dem Titel „Mayer can Cannes“ dokumentieren soll.

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