Pfaffenhofen: "Deutsche Wertarbeit": Angela Burghard lebt mit 90 Jahre alter Spenderniere
Angela Burghard lebt seit 30 Jahren mit einer Niere, die ihr ihr Vater Hans gespendet hat. Das mittlerweile 90 Jahre alte Organ funktioniert perfekt, 2009 nahm die gebürtige Pfaffenhofenerin sogar an den World Transplant Games 2009 in Australien teil.
„Und funktioniert perfekt“, sagt die Empfängerin beim Telefonat mit dem Pfaffenhofener Kurier und lacht. Die gebürtige Pfaffenhofenerin wohnt mit ihrer Familie in Vancouver und ist täglich dankbar für das „wunderbare Geschenk“, das ihr gemacht wurde.

Gefragt, wie sie sich fühle, antwortet sie „bestens“ und ergänzt auf ihre hörbar gute Laune angesprochen: „Wie könnte ich nicht fröhlich sein, wo ich doch mehr Leben geschenkt bekommen habe, als ich je erwartet hätte“. Dass sie mittlerweile zwei künstliche Hüftgelenke hat und immer wieder gegen „kleine Hautkrebsgeschichten“ kämpfen muss – „davon lasse ich mich nicht stören“.

Denn allein dass sie seit drei Jahrzehnten ein – von der täglichen Medikamenteneinnahme gegen Abstoßungsreaktionen abgesehen – ganz normales Leben führen darf „hat all meine Erwartungen überstiegen“. Vor dreißig Jahren, am 12. Mai 1982, wollte kein Arzt eine Prognose wagen, wie lange das betagte Organ wohl halten werde. Dass die Niere noch immer ihren Dienst versieht, hätte der Vater wohl mit seiner humorigen Art als Beleg „deutscher Wertarbeit“ gesehen.

Ein Begriff, den er in gebrochenem Englisch prägt, wird in den kanadischen Medien Furore machen: die „old Germany kidney“. Bis heute berichten Zeitungen, Radiosender und das örtliche Fernsehen immer wieder über den besonderen Fall. Nicht zuletzt, weil sich Angela Burghard in diversen Transplantations-Organisationen engagiert, „in dem Maße wie es mein Ganztagsjob als Pfarrsekretärin zeitlich zulässt“.

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